Dienstag, 9. Februar 2010
Multiple Sklerose: Neue Methode erleichtert die Diagnostik
Bonn – Die
Diagnose der Multiplen Sklerose (MS) lässt sich mithilfe des sogenannten Hochfeld
MRT wesentlich einfacher stellen als mit einem herkömmlichen MRT.
Durch das Hochfeld MRT lassen sich neben Läsionen der weißen Gehirnsubstanz
auch solche der grauen Gehirnsubstanz darstellen. Diese Entdeckungen machten
Forscher um Mike Wattjes an der Universität Bonn. Sie publizierten ihre
Ergebnisse in der Zeitschrift European Radiology (doi: 10.1007/s00330-009-1705-y). In
Deutschland leiden mehr als 120.000 Menschen an der Autoimmunkrankheit MS. Das
eigene Immunsystem greift bei den Betroffenen verschiedene Stellen des
zentralen Nervensystems an, unter anderem die Myelinscheiden. Nervenimpulse
können nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr weitergeleitet werden. Im
Verlauf der Krankheit werden die Nervenzellen geschädigt und gehen zugrunde. Bei MS sind
die Nervenzellen der weißen und der grauen Substanz in Gehirn und Rückenmark
angegriffen. In der klinisch besonders relevanten grauen Hirnsubstanz ließen
sich krankhafte Veränderungen bisher nur schwer erkennen.
Bei Untersuchungen mit Hochfeld MRT in Kombination mit einer so genannten Double Inversion Recovery-Pulssequenz stachen die kortikalen Läsionen im Bild am deutlichsten hervor. Die Erkennungsrate war dabei fast dreimal so hoch wie bei einer herkömmlichen MRT-Untersuchung mit 1,5 Tesla. „Die kortikalen Veränderungen sind von entscheidender klinischer Relevanz, da sie vor allem mit dem Grad der körperlichen Behinderung und der kognitiven Beschwerden in Verbindung stehen“, sagte Wattjes. Durch den
Einsatz der Hochfeld MRT in Kombination mit speziellen Pulssequenzen könnten
diese Läsionen besser sichtbar gemacht werden. Damit könnte bereits zu einem
recht frühen Erkrankungszeitpunkt mit größerer Sicherheit festgestellt werden,
ob eine MS vorliege, so die Forscher. © rme/aerzteblatt.de Um Nachrichten kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden. |
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