Philadelphia – Die Stäbchen der Retina reagieren bei Personen aus Familien mit Schizophrenie-Erkrankten schwächer auf Lichtreize. Da Schizophrenie und bipolare Störungen mit Wahrnehmungsproblemen einhergehen, könnte die Stäbchen-Aktivität eventuell als Biomarker für eindeutige Diagnosestellung infrage kommen. Diese Erkenntnisse gewannen Forscher um Marc Hébert von der Universität Québec. Sie veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift Biological Psychiatry (doi:10.1016/j.biopsych.2009.08.016).
Schizophrenie
und bipolare Störungen betreffen mehrere Millionen Menschen weltweit. Sie haben
in den meisten Fällen einen chronischen und progredienten Verlauf. Für keine
dieser Erkrankungen konnte bisher ein objektiver biologischer Marker
festgestellt werden, der eine eindeutige Diagnose ermöglicht.
Die Forscher
entdeckten in ihrer aktuellen Studie, dass die Elektroretinographie (ERG), eine
Spezialmessung der Retina-Funktion, ein Biomarker für das Risiko an diesen
Störungen zu erkranken, sein könnte. Die retinalen Defizite könnten zu den
Wahrnehmungsproblemen beitragen, die mit Schizophrenie und bipolaren Störungen
einhergehen.
Die Studie lenkt
die Aufmerksamkeit auf die Funktion der Netzhaut, den Bestandteil des Auges, der
Licht wahrnimmt. Innerhalb der Retina unterscheiden Stäbchen zwischen schwarz
und weiß, ohne jedoch Farbe zu erkennen.
Sie sind besonders wichtig, um in der Dämmerung sehen zu können und
hauptsächlich in der Peripherie der Retina vorhanden. Die Zapfen hingegen
erkennen Farbe und nehmen vor allem Stimuli im Visuszentrum wahr.
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