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Dienstag, 9. Februar 2010
Jeder zweite Arbeitnehmer schläft schlecht

Berlin – Die Hälfte der Arbeitnehmer in Deutschland leidet unter Schlafstörungen – umgerechnet auf die erwerbstätige Bevölkerung sind das rund 20 Millionen Menschen in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer DAK-Untersuchung, die im Rahmen des DAK-Gesundheitsreports 2010 am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Die Folgen sind der Studie zufolge häufig verminderte Leistungsfähigkeit bis hin zu Fehltagen.

Das Phänomen der Schlaflosigkeit war Schwerpunktthema des diesjährigen DAK-Gesundheitsreports. Die Krankenkasse befragte rund 3.000 Arbeitnehmer im Alter von 35 bis 65 Jahren zu ihrem Schlafverhalten. Rund die Hälfte unter ihnen fühlte sich betroffen, knapp 38 Prozent gaben an, „geringe“ oder „mittelgradige Probleme“ zu haben, mehr als neun Prozent sprachen von „hochgradigen“ Schlafproblemen – das sind rund vier Millionen Menschen.

„Sowohl Allgemeinbevölkerung als auch Ärzte sind hierüber zu wenig aufgeklärt“, sagte der Schlafmediziner Ingo Fietze von der Charité. Laut Fietze liegt eine Schlafstörung vor, wenn jemand mindestens vier Wochen lang drei- oder viermal in der Woche 30 Minuten oder länger benötigt, um einschlafen, oder nach nächtlichem Aufwachen länger als eine halbe Stunde braucht, um wieder in den Schlaf zu finden.

Rund 40 Prozent der Betroffenen gaben Stress und Belastungen in Job oder Familie als Grund für Schlaflosigkeit an. Der Bericht stellte einen Zusammenhang zur Wirtschaftskrise her, die sich verschärfend auf das Problem auswirke. 20 Prozent der Befragten litten unter Schlafstörungen als Folge von Schicht- oder Nachtarbeit. Mögliche Auswirkungen von Schlaflosigkeit sind eine beeinträchtigte Leistungsfähigkeit und Energielosigkeit. Mehr als 19 Prozent der unter Schlaflosigkeit Leidenden gaben an, tagsüber häufig oder sogar ständig müde oder schläfrig zu sein.

Doch nur wenige Schlaflose wenden sich an einen Arzt. Die DAK-Studie fand heraus, dass nur rund 3,4 Prozent der erwerbstätigen Versicherten im Laufe eines Jahres eine Schlafstörungs-Diagnose erhalten. Allerdings wird die Behandlung dann oft überzogen: Bei etwa 14 Prozent der Patienten, die Medikamente verschrieben bekamen, stellte die Krankenkasse einen riskanten Schlafmittelgebrauch fest. Sie nahmen bis zu sechs Monate oder länger Tabletten ein, statt der ärztlich empfohlenen vier Wochen.

Der DAK-Gesundheitsreport wies für 2009 einen Anstieg von sechs Prozent bei psychischen Erkrankungen nach. Insgesamt blieb der Krankenstand unter erwerbstätigen DAK-Mitgliedern nahezu gleich wie im Vorjahr. Er stieg 2009 geringfügig auf 3,4 Prozent (2008: 3,3 Prozent). Während der Krankenstand in den westlichen Bundesländern und Berlin bei 3,3 Prozent lag, ergab sich für die östlichen Länder ein Prozentsatz von 4,2 Prozent.

„Nicht die Schweinegrippe, sondern die saisonal gehäuften Atemwegsinfekte Anfang 2009 haben den Krankenstand am deutlichsten beeinflusst“, kommentierte DAK-Chef Herbert Rebscher die Entwicklung. Die Krankmeldungen aufgrund von Erkältungen führten zu knapp 20 Prozent mehr Fehltagen als im Vorjahr.

Die Branchen mit den niedrigsten Krankenständen waren 2009 Banken und Versicherungen sowie Bildung, Kultur und Medien mit jeweils 2,8 Prozent. Den höchsten Krankenstand wiesen das Gesundheitswesen und die öffentliche Verwaltung mit jeweils 3,9 Prozent auf. © afp/aerzteblatt.de

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