Pasadena – Die beiden Corpora amygdaloideum, auch Mandelkerne genannt, steuern das Risikoverhalten in finanziellen Angelegenheiten. Dies zeigen die Untersuchungen von zwei Patienten mit selektiven Hirnschäden in den Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS 2010, doi:10.1073/pnas.0910230107), als ungewöhnlich risikofreudig erwiesen.
Bei der Show „Wer wird Millionär“ besteht der voyeuristische
Reiz für den Zuschauer darin, dass die Spieler durch die Aussicht auf einen
sehr hohen Gewinn dazu motiviert werden, ein unvernünftiges Risiko einzugehen.
Denn normalerweise sind die meisten Menschen in Geldangelegenheiten eher
ängstlicher als notwendig.
Wenn ihnen Forscher ein Glücksspiel vorschlagen, in dem es entweder 20 Euro zu
gewinnen oder 15 Euro zu verlieren gibt, lehnen die meisten Menschen ab, auch
wenn die Chancen 50 zu 50 stehen. Erst bei einem Gewinn- zu Verlustverhältnis
von 20 zu 5 Euro schlagen die meisten ein.
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Die beiden Corpora amygdaloideum sind im medialen
Temporallappen vor den Unterhörnern des Ventrikelsystems lokalisiert.
Hirnforscher schreiben ihnen eine wichtige Rolle in der Verarbeitung und
Speicherung von emotionalen Erlebnissen zu. Die Mandelkerne werden deshalb zum
limbischen System gezählt.
Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass die Zerstörung der Mandelkerne zum
Verlust von Furcht- und Aggressionsempfindungen führen kann. Die Betroffenen
verlieren die Fähigkeiten, aus emotional belastenden Situationen die richtigen
Schlüsse zu ziehen, wozu nach den Ergebnissen der jetzigen Studie auch
unvernünftiges Verhalten in Geldangelegenheiten zählen könnte.
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