Hausarztvertrag Niedersachsen/Braunschweig ist endgültig unterschrieben
Mittwoch, 10. Februar 2010
Hannover/Braunschweig – Der umstrittene neue Hausarztvertrag der AOK Niedersachsen ist endgültig unter Dach und Fach. Am Dienstag stimmten nach Angaben von Carsten Gieseking, Vorsitzender des Hausärzteverbands Braunschweig, 17 von 22 Delegierten auf einer Sonderversammlung dem Abkommen zu.
„Es ist klar, dass wir uns mit diesem Vertrag von den Vorgaben der Bundesebene lösen“, sagte Gieseking gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Generell sei die Strategie des Deutschen Hausärzteverbands richtig, nur Vollversorgungsverträge und keine Add-on-Abkommen zu schließen, ergänzte er.
Doch in Niedersachsen und Braunschweig habe es Gründe für den regionalen Sonderweg gegeben: „Wir haben einen guten, einfach zu handhabenden Vertrag geschlossen“, betonte Gieseking. So genüge es, einige wenige Sonderziffern in der Abrechnung mit der KV anzugeben. Auch hätten AOK wie Hausärzte ein gemeinsames Interesse, Patienten in den Vertrag einzuschreiben – anders als in den Fällen, in denen Hausarztverträge nach § 73b SGV per Schiedsamt erzwungen werden. Zum Vertragsabschluss gemeinsam mit der KV betonte er: „Es ist doch nicht so, dass wir von vornherein Feinde sind.“
Nach Angaben von Gieseking erhalten die Hausärzte in Niedersachsen und Braunschweig von der AOK für eingeschriebene Patienten einmalig 10 Euro und zusätzlich in jedem Quartal eine Art Managementpauschale von 5,50 Euro.
Dazu kommen über die Honorierung nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) hinaus Zuschläge zwischen drei und 15 Euro für chronisch Kranke. Alles in allem lasse sich so ein durchschnittliches Honorar für eingeschriebene hausärztliche Patienten von zirka 75 Euro erzielen. Nach Angaben der KV liegt der hausärztliche Fallwert in Niedersachsen bei rund 60 Euro.
Der niedersächsische Hausärztevorsitzende Heinz Jarmatz und sein Braunschweiger Kollege Gieseking waren kurz nach Bekanntwerden des Vertrags aufgefordert worden, ihren Entschluss zu überdenken. „Eure Absicht, mit der AOK Niedersachsen einen Add-on-Vertrag abzuschließen, bevor die Schiedsverfahren beendet sind, ist kontraproduktiv und mit den von uns gemeinsam gefassten Beschlüssen nicht vereinbar“, hatte es in einem offenen Brief geheißen. Unterzeichnet hatten ihn die Vorsitzenden der Hausärzteverbände in Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein, Schleswig-Holstein und Westfalen-Lippe.
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