Baltimore – Im Prothesenshunt von Dialysepatienten kommt es häufig zu Stenosen. Die Therapie besteht in der Regel in einer Ballondilatation. In einer randomisierten Vergleichsstudie im New England Journal of Medicine (NEJM 2010: 362: 494-503) ließ sich die Offenheitsrate durch einen Stent verbessern, der aus dem gleichen Material wie die Prothese besteht.
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Der arterio-venöse Gefäßzugang ist eine Lebensader für Hämodialysepatienten. Wann immer möglich wird heute eine operative Fistel zwischen Arterie und Vene geschaffen. Prothesenshunts sind nur die zweite Wahl, weil die Neigung zur Stenose groß ist.
Sämtliche Versuche, diese Komplikation zu vermeiden, sind bisher gescheitert. Auch eine duale Thrombozytenhemmung mit Dipyridamol und Acetylsalicylsäure konnte in einer kürzlich publizierten Studie die Offenheitsrate nur um 5 Prozentpunkte verbessern (NEJM 2009; 360: 2191-2201).
Standardtherapie ist derzeit die Ballondilatation, doch kommt es häufig bereits nach wenigen Wochen oder Monaten zu einer erneuten Stenose. Jetzt konnte erstmals in einer randomisierten klinischen Studie ein Vorteil für eine Stentimplantation gezeigt werden.
Ziv Haskal von der Universität von Maryland in Baltimore und Mitarbeiter an 13 Zentren randomisierten 190 Patienten auf eine Ballondilatation oder auf die Implantation eines Stents aus Polytetrafluoroethylen, dem Kunststoff, aus dem heute auch die meisten Prothesenshunt von Dialysepatienten hergestellt werden.
Nach sechs Monaten waren 51 Prozent der mit einen Stent versorgten Shunts noch offen gegenüber nur 23 Prozent nach einer Ballondilatation. Während dieser Zeit konnte doppelt so häufig auf weitere Interventionen zum Erhalt des Gefäßzugangs verzichtet werden (32 vs. 16 Prozent), und die Rate von Restenosen war mit 28 vs. 78 Prozent unter der Ballondilatation dreimal höher.
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