Nottingham – Die venöse Thromboembolie zählt zu den extraintestinalen Manifestationen entzündlicher Darmerkrankungen. Die Patienten sind nach einer Studie im Lancet (2010; doi: 10.1016/S0140-6736(09)61963-2) nicht nur während der Behandlung im Krankenhaus, sondern auch zuhause gefährdet.
Frühere Studien hatten gezeigt, dass Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa in der Klinik zwei- bis dreifach häufiger als andere Patienten an einer Thrombose erkranken. Die Leitlinien betonen deshalb die Notwendigkeit der Prophylaxe, insbesondere bei bettlägerigen Patienten.
Viele Patienten werden heute im Schub ambulant behandelt, wo sie ebenfalls thrombosegefährdet sind, wenn die retrospektive Auswertung der General Practice Research Database zutrifft, die Matthew Grainge von der Universität Nottingham und Mitarbeiter durchgeführt haben.
Sie verglichen die Daten von 13.756 Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen und 71.672 Kontrollen. Von ihnen erlitten 139 Patienten beziehungsweise 165 Kontrollen in einem Zeitraum von 14 Jahren eine Thromboembolie. Die absolute Gefahr für den einzelnen Patienten ist demnach gering.
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Ob Patienten mit Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa deshalb auch ambulant im Fall eines Schubs eine antithrombotische Prophylaxe betreiben sollten, ist nach Ansicht des Editorialist Geoffrey Nguyen von der Universität Toronto zweifelhaft. Er überschlägt die Number Needed to Treat auf 312 Patienten.
Dieser geringe Vorteil müsste dann noch den Blutungsrisiken der Therapie gegenübergestellt werden. Ohne eine randomisierte Studie wird es deshalb wohl keine Empfehlung geben. Die Notwendigkeit einer antithrombotischen Prophylaxe in der Klinik steht jedoch auch für Nguyen außer Zweifel.
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