Gesundheitsökonom: Rösler muss sich mit Pharmaindustrie anlegen
Donnerstag, 18. Februar 2010
Gerd Glaeske dpa
Koblenz – Der Bremer Gesundheitsökonom Gerd Glaeske fordert von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) ein hartes Durchgreifen gegenüber der Pharmaindustrie. „Wenn Rösler die Kosten in der gesetzlichen Krankenversicherung senken will, muss er sich mit der Pharmaindustrie anlegen”, sagte Glaeske der „Rhein-Zeitung” vom Donnerstag. Der Minister müsse „die Kassen stärken und die gesetzlichen Privilegien für die Einführung neuer Medikamente kippen”.
Rösler will sich am Donnerstag in Berlin mit Pharmavertretern treffen, um über eine Senkung der Arzneimittelausgaben zu beraten. Sie sind neben den Ausgaben für Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte der drittgrößte Kostenpunkt im Gesundheitswesen. Rösler hatte vor wenigen Tagen bereits mit Vertretern der gesetzlichen Krankenkassen über Einsparpotenziale gesprochen und angekündigt, sein Haus werde ein Konzept vorlegen, „um die Arzneimittelpreise dauerhaft in den Griff zu bekommen”.
Glaeske sagte: „Wir brauchen Preishöchstgrenzen und Rabatte vor allem auch für neue Medikamente.” Außerdem plädierte er für eine Kosten-Nutzen-Analyse bei der Einführung neuer Arzneimittel.
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