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Statine als Diabetesrisiko

Donnerstag, 18. Februar 2010

Glasgow – Die Therapie mit Cholesterinsenkern aus der Gruppe der Statine begünstigt einen Typ-2-Diabetes mellitus. Das Risiko ist einer Meta-Analyse im Lancet (2010; doi: 10.1016/S0140-6736(09)61965-6) zufolge aber so gering, dass die British Heart Foundation keine therapeutischen Konsequenzen für notwendig erachtet.

Statine waren zuletzt in der JUPITER-Studie mit einem erhöhten Diabetesrisiko in Verbindung gebracht worden. In dieser Mega-Studie an 17.802 Patienten, die in den USA die Indikation der Statine auf Patienten mit erhöhtem kardiovaskulären Risiko selbst bei normalen Cholesterinwert ausgeweitet hat, erkrankten unter der Therapie mit Rosuvastatin mehr Patienten neu an Diabetes als unter Placebo (3,0 vs. 2,4 Prozent nach 1,9 Jahren).

Dies war überraschend, da man von einer Cholesterin-Senkung eigentlich eine diabetespräventive Wirkung erwarten würde, was in einigen, aber nicht allen früheren Studien auch der Fall war. Insgesamt errechnet die Gruppe um Naveed Sattar und David Preiss vom Cardiovascular Research Centre der Universität Glasgow jetzt auf der Basis von 13 randomisierten kontrollierten Studien ein um 9 Prozent erhöhtes Diabetesrisiko (Odds Ratio 1,09; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,02-1,17).

Die Number needed to harm wird mit 255 Patienten angegeben, die vier Jahre lang mit Statinen behandelt werden müssten, um eine zusätzliche Diabeteserkrankung zu induzieren. Bei der Behandlung der gleichen Anzahl von Patienten würde bereits die Senkung des Cholesterinwerts um 1 mmol/l im Durchschnitt 5,4 Herzinfarkte verhindern, schreiben sie. Dem stimmt auch der Editorialist Christopher Cannon von der Harvard Medical School in Boston zu (Lancet 2010; doi: 10.1016/S0140- 6736(10)60234-6).

Er rät allerdings vorsichtshalber bei älteren Menschen unter einer Statintherapie ab und zu den Blutzucker zu kontrollieren. Denn nach den Ergebnissen der Meta-Analyse war das erhöhte Diabetesrisiko auf Patienten im Alter über 60 erhöht. Body-Mass-Index und die erzielte Senkung des LDL-Cholesterins hatten dagegen keinen Einfluss auf das Diabetesrisiko.

Cannon erinnert daran, dass Statine nicht die einzige Substanzklasse ist, die in klinischen Studien das Diabetesrisiko erhöht haben. Thiazide und Betablocker gelten ebenfalls als “diabetogen”. © rme/aerzteblatt.de

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