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KKH-Allianz prangert Korruption im Gesund­heits­wesen an

Montag, 22. Februar 2010

Hannover – Durch manipulierte Rezepte, nicht vorgenommene Behandlungen oder die unerlaubte Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Hörgeräteakustikern entstehen dem Gesundheitswesen jährlich Schäden in Milliardenhöhe.

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Allein die viertgrößte gesetzliche Krankenkasse KKH-Allianz hat im vergangenen Jahr 818 neue Fälle von Betrug und Korruption aufgedeckt, wie Vorstandschef Ingo Kailuweit am Donnerstag in Hannover erklärte. Der Schaden belief sich demnach auf fast eine Million Euro. Gut die Hälfte sei bereits zurückgeholt worden.

Insgesamt entstehen Schätzungen zufolge dem Gesundheitswesen durch kriminelles Verhalten jährlich Schäden zwischen sechs und 20 Milliarden Euro. „Betrug im Gesundheitssystem darf sich nicht lohnen und wird von uns konsequent verfolgt", betonte Kailuweit. 2009 hat die KKH-Allianz demnach in 228 Fällen und damit am häufigsten gegen Krankengymnasten und Physiotherapeuten ermittelt. In 128 Fällen gingen die Ermittler gegen Ärzte vor. Im Bereich der häuslichen Pflege gab es 81 Fälle, gefolgt von Apothekern (67 Fälle) und Zahnärzten (37 Fälle). Die größte Schadenssumme verursachten demnach Betrugsfälle von Apothekern mit 270.000 Euro.  

Trotz zahlreicher Bemühungen des Gesetzgebers hätten sich Betrug und Korruption im Gesundheitssystem bislang nicht eindämmen lassen. „Die schwarzen Schafe der Branche sind dem Gesetzgeber immer einen Schritt voraus und entwickeln ständig neue Methoden", sagte Kailuweit. So würden sich einzelne Ärzte mit einem Trick am Gewinn von Sanitätshäusern oder Hörgeräteakustikern beteiligen und dort gezielt ihre Patienten hinschicken, indem sie über ihren Ehepartner oder einen Treuhänder eine GmbH gründen. Auf diese Weise werde verschleiert, dass sie finanziell profitieren.

Diese Form der Zusammenarbeit liegt laut Kailuweit offenbar nicht nur im Trend, sondern zieht auch immer größere Kreise. "Teilweise bieten Treuhänder Ärzten ihre Dienste zur Gründung einer GmbH systematisch und offensiv an", berichtet der Kassenchef. © afp/aerzteblatt.de

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rusocarl
am Samstag, 20. Februar 2010, 21:13

Wem entsteht hier ein Schaden ?

Irgendetwas habe ich hier nicht verstanden. Wenn ein Arzt mit einem Sanitätshaus kooperiert und an dessen Gewinn beteiligt ist, entsteht der Versicherung ein Schaden ? Dem Patienten mindestens entsteht hier kein Schaden. Andererseits dürfen Krankenkassen Ärzte via Einzelverträgen zu Dumpingpreisen einkaufen, ohne den daraus gewonnen finanziellen Vorteil an ihre Mitglieder weiterleiten zu müssen.
wolkenfrau
am Samstag, 20. Februar 2010, 16:54

Korruption im Gesundheitswesen

Vor 30 JAhren bin ich ins Gesundheitswesen gekommen und schon damals war es üblich, dass ein Sanitätshaus nur mit einem Orthop. Facharzt "zusammen" arbeiten konnte, wenn entsprechende Boni pro Rezept gezahlt wurden.
Damals gab es nicht die Möglichkeit das alles durch Computer transparenter zu machen. Ich bin erstaunt, dass es zwar immer wieder mal auffällt, das es solche Praktiken gibt, aber das ist nur die Spitze des Eisberges.
Und warum ist das so? Wenn ganze Branchen von den Kassen erpresst werden und sich bei Verhaldlungen nur Preise abholen, ist das dann verwunderlich?
Seid drei Jahren habe ich nichts mehr mit dem Fachhandel zu tun und bin mehr als froh darüber. Der ständige Kampf um Genehmigungen zur einfachsten Versorgung von Patienten und immer wieder Rügen von Kassenmitarbeitern, das man sich für seine Kunden, deren Versicherte nicht so einsetzen solle, hing mir wenn ich ganz ehrlich mehr als zu Halse raus.
Deshalb empfinde ich es als kleine "Freude" wenn wieder mal etwas auffällt.
In diesem Sinne Grüße, Ghita Giede
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