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Medizin

Gesundheitsrisiken von Ohrenkerzen

Montag, 22. Februar 2010

Washington – Die Anbieter sogenannter Ohrenkerzen versprechen den Anwendern (nicht evidenzbasierte) Wohltaten, die von der Entfernung des lästigen Cerumens bis zur Entgiftung des Körpers und der Heilung von Krebsleiden reichen. Der US-Arzneibehörde FDA werden dagegen immer wieder Zwischenfälle gemeldet, bei denen sich die Anwender durch Feuer oder heißes Wachs Schäden zuzogen.

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Ohrenkerzen sind etwa 20 bis 30 cm lange konische Röhrchen aus Bienenwachs oder ähnlichen brennbaren Materialien. Das kleinere Ende wird mehr oder weniger weit in den äußeren Gehörgang gesteckt, während das andere Ende angezündet wird.

Die Verbrennung erzeugt einen Kamineffekt, der das von vielen Menschen als lästig empfundene (obwohl nützliche) Cerumen entfernen soll. Dass diese Wirkung gar nicht eintritt, hatten US-Otologen bereits vor einigen Jahren an einem Modell und mehreren Patienten gezeigt (Laryngoscope 1996; 106: 1226-9). Eine Umfrage unter Fachärzten ergab, dass Verletzungen durch Ohrenkerzen nicht unbekannt waren.

Diese Berichte reißen offenbar nicht ab, so dass sich die FDA zu einer Warnung veranlasst sieht, zumal auch immer häufiger Kinder behandelt werden. Die Gefahren bestehen in der Auslösung eines Wohnungsbrands, in Verbrennungen von Gesicht, äußerem Ohr, Trommelfell und Mittelohr.

Verletzungen sind auch durch das tropfende heiße Wachs möglich, das den äußeren Gehörgang verstopfen kann. Auch Blutungen und Perforationen des Trommelfells sind vorgekommen. Die FDA rät den Patienten, das Cerumen von einem Arzt entfernen zu lassen, weil dieser auch mögliche andere Ursachen für einen Hörverlust erkennen könne. © rme/aerzteblatt.de

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