London – Der britische Premierminister Gordon Brown hat sich gegen eine Legalisierung der Sterbehilfe in Großbritannien ausgesprochen. Ein „Recht“ zu sterben würde Druck auf „die Schwachen und Verletzlichen“ der Gesellschaft ausüben, schreibt Brown in einem Gastbeitrag für den „Daily Telegraph“ vom Mittwoch. Sie könnten ihre „Existenz als Bürde für andere“ empfinden.
Brown äußert sich einen Tag vor der geplanten Veröffentlichung neuer Richtlinien durch den Leiter der britischen Anklagebehörde, Keir Starmer. Sie sollen die Anwendung der geltenden Sterbehilfegesetze klären und etwa regeln, unter welchen Umständen Helfer beim Suizid in der Praxis strafrechtlich verfolgt werden.
Nach Angaben des „Daily Telegraph“ handelt es sich bei den Richtlinien um eine Lockerung. Kritiker sprechen von einer Legalisierung der Sterbehilfe durch die Hintertür. In England und Wales sieht das Gesetz für Beihilfe zum Suizid derzeit bis zu 14 Jahre Haft vor.
Betroffene hatten wiederholt kritisiert, es sei unklar, ab welchem Punkt und inwieweit Verwandten und Freunden, die unheilbar Kranken aktive Sterbehilfe ermöglichten, eine Strafverfolgung drohe.
Brown unterstützt die Klärung der derzeitigen Gesetzeslage. Zugleich lehnt er eine Gesetzesänderung in naher Zukunft ab. Es sei die Pflicht der britischen Gesellschaft, ihre bestehenden Gesetze gut zu nutzen, statt sie zu ändern, schreibt der Premier im „Telegraph“.
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