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Medizin

Frau bekommt zweites Kind nach Ovarialtransplantation

Donnerstag, 25. Februar 2010

Kopenhagen – Die Ovarialtransplantation entwickelt sich zu einer realen Möglichkeit, Frauen auch nach einer Chemotherapie die Fruchtbarkeit zu erhalten. Nach einem Bericht in Human Reproduction (2010; doi: 10/1093/humrep/deq033) hat in Dänemark eine Frau nach einer erfolgreichen Transplantation ihr zweites Kind geboren. Weltweit ist es das neunte Kind.

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Die Patientin musste sich 2004 im Alter von 27 Jahren wegen eines Ewing-Sarkoms einer Chemotherapie unterziehen, die absehbar zu einem Funktionsausfall der Ovarien und einer vorzeitigen Menopause führt. Vorher hatte ihr ein Team um Claus Yding Andersen von der Universität Kopenhagen sechs dünne Gewebestreifen des linken Ovars entfernt.

Die Transplantate wurden kryokonserviert und der Frau nach dem erfolgreichen Abschluss der Krebstherapie im Dezember 2005 wieder ins linke Ovar transplantiert. Das Organ nahm seine Tätigkeit wieder auf, und unter einer milden ovariellen Stimulation gelang es der Patientin schwanger zu werden.

Im Februar 2007 gebar sie eine Tochter, die sie bis Oktober des Jahres stillte. Anfang 2008 wandte sie sich erneut mit einem Kinderwunsch an die Reproduktionsmediziner. Die konnten allerdings nur feststellen, dass sie bereits wieder schwanger war. Auch diese zweite Schwangerschaft wurde erfolgreich ausgetragen.

Die ehemalige Krebspatientin brachte eine zweite Tochter zur Welt. Nach Einschätzung von Andersen ist sie auch heute, mehr als vier Jahre nach der Retransplantation, noch fertil. Dies ist erstaunlich, da nur kleine Anteile des Ovars transplantiert wurden. Das rechte Ovar war vor einigen Jahren nach der Diagnose einer Dermoidzyste entfernt worden.

Weltweit sind nach Kenntnis von Andersen neun Kinder nach einer Ovarialtransplantation geboren worden, die meisten davon in Europa und allein drei am Rigshospitalet in Kopenhagen. © rme/aerzteblatt.de

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