Coventry – Eine Variante der kognitiven Verhaltenstherapie hat in einer randomisierten Studie akute oder chronische Rückenschmerzen deutlich gelindert. Die Gruppentherapie wäre nach einer Berechnung im Lancet (2010; doi: 10.1016/S0140- 6736(09)62164-4) auch kosteneffektiv.
Viele Patienten führen Rückenschmerzen auf eine Beschädigung der Bandscheiben zurück. Auf den “Verschleiß” reagieren sie mit einer Schonhaltung, eventuell sogar mit einer Bettruhe, die in den meisten Fällen medizinisch nicht angezeigt ist, da sie die Beschwerden, die häufiger ihre Ursache in Muskelverspannungen haben, verstärken können.
Die Einsicht in diese Pathogenese und die möglichst rasche Wiederaufnahme körperlicher Aktivität war das Ziel einer Gesprächstherapie, die im Back Skills Training Trial mit einer konventionellen Beratung verglichen wurde, die in der Ausgabe eines Ratgebers gegen Rückenschmerzen (The Back Book des Royal College of General Practitioners) bestand.
An 56 Allgemeinarztpraxen in sieben Regionen in England nahmen etwa 600 Patienten an der Studie teil. Sie wurden im Verhältnis 2:1 auf die kognitive Verhaltenstherapie oder eine Beratung randomisiert. Patienten mit ernsthaften Ursachen der Rückenschmerzen waren natürlich ausgeschlossen.
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Einsichtigere Patienten profitierten allerdings von der Behandlung. Für das Gesundheitswesen könnte es eine sehr kosteneffektive Therapie sein. Bei Kosten von 187 Pfund für die Gesprächstherapie (gegenüber 16,32 Pfund für die Beratung) errechnen Lamb Kosten von 1.786 Pfund für ein gewonnenes Lebensjahr in guter Lebensqualität (quality-adjusted life-year, QALY).
Das “Bewusstseinstraining” sei günstiger als Akupunktur oder Physiotherapie, meint auch Laxmaiah Manchikanti vom Pain Management Center in Paducah, Kentucky in einem Kommentar (Lancet 2010; doi: 10.1016/S0140- 6736(10)60277-2).
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