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HIV: Früher Therapiebeginn bei begleitender Tuberkulose

Freitag, 26. Februar 2010

Durban – Bei der in Afrika häufigen gleichzeitigen Tuberkuloseerkrankung kann ein früher Beginn der antiretroviralen HIV-Therapie die Prognose der Patienten deutlich verbessern. Dies geht aus einer randomisierten klinischen Studie im New England Journal of Medicine (2010; 362: 697-706) hervor.

Es war lange umstritten, ob bei koinfizierten Patienten nicht zuerst die Tuberkulose behandelt werden sollte, um den Patienten allzu komplexe Behandlungsregime zu ersparen. Zu bedenken waren Wechselwirkungen zwischen Rifampin und einigen antiretroviralen Medikamenten, überlappende Nebenwirkungen, die hohe Pillenlast sowie organisatorische Probleme.

Befürchtet wurde auch ein sogenanntes entzündliches Immunrekonstitutionssyndrom, bei dem die Erholung des Immunsystems unter der HIV-Therapie einen unangemessenen und für den Körper schädlichen Angriff gegen die Tuberkulose-Erreger startet.

Alle diese Bedenken wurden durch die Ergebnisse der Starting Antiretroviral Therapy at Three Points in Tuberculosis (SAPiT) überwunden. Denn die zwischen 2005 und 2008 an der Universität von KwaZulu-Natal in Durban durchgeführte Studie ergab, dass die Doppeltherapie die Sterblichkeit mehr als halbiert.

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An der Studie hatten sich 642 koinfizierte Patienten beteiligt, bei denen die CD4-Zellzahl auf unter 500/mm3 abgefallen war. Zwei Drittel der Patienten erhielten eine integrierte Therapie. Hier wurde die antiretrovirale Therapie innerhalb von vier Wochen nach Beginn der Tuberkulosetherapie (oder innerhalb von vier Wochen nach dem Beginn einer intensiven Phase der Tuberkulosebehandlung) begonnen. Das restliche Drittel erhielt eine sequentielle Therapie. Hier wurde die HIV-Behandlung erst nach dem Abschluss der Tuberkulosetherapie eingeleitet.

Wie die Gruppe um Salim Abdool Karim, Durban, berichtet, wurde die Studie nach einer Zwischenauswertung im September 2008 abgebrochen, weil die integrative Therapie die Sterberate von 12,1 auf 5,4 pro 100 Personenjahre um 56 Prozent gesenkt hatte, ohne dass es zu dem befürchteten Anstieg der Nebenwirkungen gekommen war.

Basierend auf diesen Ergebnissen hat die Weltgesundheitsorganisation Ende letzten Jahres die Empfehlungen zur Behandlung der Koinfektion geändert. In einem Begleitartikel (NEJM 2010; 362: 707-716) zeigen Kevin Cain von den US-Centers for Disease Control and Prevention Mitarbeiter, dass die Diagnose einer Tuberkulose durch die Erhebung der drei Symptome Husten, Fieber und Nachtschweiß sicher genug gestellt werden kann, um unter den Bedingungen eines Entwicklungslandes mit der Therapie beginnen zu können. © rme/aerzteblatt.de

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