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Medizin

MRT genaueste Methode für das Brustkrebs-Screening

Mittwoch, 3. März 2010

Bonn – Die Magnetresonanz-Tomographie (MRT) übertrifft die Mammographie und den Ultraschall bei der Früherkennung von Brustkrebs, was die Zahl korrekt erkannter Tumoren anbelangt. Zu diesem Ergebnis gelangt eine Bonner Arbeitsgruppe um Christiane Kuhl von der Radiologischen Universitätsklinik der Universität Bonn.
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Die Studie mit knapp 700 Teilnehmerinnen stellt zudem die Kombination dieser diagnostischen Verfahren infrage: Es scheint demnach auszureichen, Risiko-Patientinnen einmal jährlich mittels MRT zu untersuchen. Die Forscher konnten keinen signifikanten Mehrwert einer zusätzlichen Mammographie- oder Ultraschall-Untersuchung nachweisen. Die Resultate erscheinen nun im Journal of Clinical Oncology (doi: 10.1200/JCO.2009.23.0839).

An der Studie hatten zwischen 2002 und Mitte 2007 insgesamt 687 Frauen teilgenommen, die ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko trugen. Sie wurden jährlich mittels MRT, Mammographie und Ultraschall untersucht. Bei 27 von ihnen fanden die Mediziner in diesem Zeitraum Brustkrebs oder Brustkrebs-Vorstufen ("DCIS", Ductales Carcinoma In Situ).

Die MRT hatte die höchste Trefferquote: 25 der gefundenen Tumoren waren in der MRT sichtbar, also 93 Prozent. Der Ultraschall kam auf 37 Prozent, die Mammographie auf 33 Prozent. „Diese Ergebnisse belegen erneut eindrucksvoll, dass bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebs-Risiko eine wirkliche Früherkennung allein mit der MRT möglich ist“, hieß es aus der Gruppe.

Die aktuellen Leitlinien empfehlen die MRT nur für Frauen in Hochrisiko-Situation – und immer nur zusätzlich zu Mammographie und Sonographie. „Derartige Empfehlungen sind im Licht unserer neueren Erkenntnisse nicht mehr haltbar", sagte Kuhl.

„Für Frauen ohne erhöhtes Brustkrebsrisiko ist nur die Mammographie in einem qualitätsgesicherten Programm zum Screening geeignet“, kommentierte der Beiratsvorsitzende der Kooperationsgemeinschaft Mammographie, Wolfgang Aubke, die Studie. Es sei allgemein bekannt, dass MRT keinesfalls geeignet sei für die allgemeine Brustkrebsfrüherkennung.

Einer der großen Nachteile der MRT sei eine viel zu hohe Rate an auffälligen Befunden, die sich in der weiteren Abklärung als harmlos herausstellten. „Frauen mit einer Risikobelastung müssen in speziellen Zentren individuell bereut werden. Doch das muss klar getrennt werden vom Mammographie-Screening-Programm, das sich an gesunde Frauen richtet", betonte er. © hil/aerzteblatt.de

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adonis
am Dienstag, 2. März 2010, 10:09

Erkennung ist eine Sache

Effektivität eine andere. Konnte man beweisen, dass man die Todesrate letztlich senken konnte. Es dürfte hinreichend bekannt sein, dass die Sensitivität einer Methoden nicht unbedingt, die Sterbefälle einer Erkrankung senkt. Ich gebe zu da bin ich sehr ketzerisch. Allerdings fällt auf, dass mit steigender Sensitivität, die Zahl der Neudiagnosen steigt und die Zahl der Todesfälle bezogen auf die Zahl der Diagnose auch. Interessant wäre aber der Nachweis, dass die Methode nicht nur Tumore sicher erkennt, sondern auch zur Senkung der Todesrate führt. Diese Diskussion wurde mit dem Mammographiescreeningprogramm nicht geführt und diese Diskussion wird auch hier nicht geführt.
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