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Ärzteschaft

Honorarplus nicht für jeden – Kritik an Berechnungen

Dienstag, 2. März 2010

Berlin – Von Januar bis Juni 2009, im ersten Halbjahr nach der jüngsten Honorarreform für alle Vertragsärzte und -psychotherapeuten, hat sich die Honorarsumme um 924 Millionen Euro auf 15,47 Milliarden Euro erhöht (+ 6,4 Prozent). Das ergab der Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum. Das durchschnittliche Honorar je Arzt erhöhte sich im ersten Halbjahr 2009 (ohne Labor) um 9,7 Prozent. „Es gibt Gewinner und Verlierer“, heißt es jedoch in der Auswertung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

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So erzielten elf KVen überdurchschnittliche Zuwächse, darunter Sachsen-Anhalt (17,4 Prozent), Niedersachsen (17,1 Prozent) und Hamburg (15,1 Prozent). Dagegen mussten Baden-Württemberg und Bayern ein Minus von 4,1 beziehungsweise 0,5 Prozent verkraften. Die Daten belegen, dass es nicht nur auf der Ebene der KVen Gewinner und Verlierer gibt, sondern jeweils auch bei den Arztgruppen und sogar innerhalb einer Arztgruppe.

Einzelne KVen haben die Honorardaten als falsch kritisiert. Sie beruhten teilweise auf Schätzungen, die nicht zuträfen, hieß es. Stellenweise orientierten sich die Angaben auch an ausgezahlten Honoraren, die man quasi auf Pump überwiesen habe. Hintergrund: Die KVen müssen für sogenannte freie Leistungen Geld zurückstellen, weil diese im Rahmen der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung ohne Mengenbegrenzung zu festen Preisen vergütet werden. Reichen die dafür einbehaltenen Gelder aber nicht aus, sinken in den Folgequartalen die Gelder, die für die Regelleistungsvolumen zur Verfügung stehen. © Rie/aerzteblatt.de

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adonis
am Mittwoch, 3. März 2010, 14:31

Nur sehr eingeschränkte Wirklichkeit

Erstmal herzlichen Dank an die Redaktion, die gutes Zahlenmaterial bereitgestellt hat.
Gut und richtig ist die Entwicklung im Osten Deutschlands. Eine Annäherung der Vergütung musste sein. Das ist positiv.
Allerdings muss auch gesagt werden, dass die Vergütung pro Patient zumindest in der Allgemeinmedizin von 1996 ständig zurück ging. Es wäre daher ehrlich gewesen, wenn die Kassenärztlichen Vereinigungen den Offenbarungseid geleistet hätte und die Zahlen über einen wesentlich längeren Zeitraum publiziert hätten. Jetzt haben sie eine tolle Öffentlichkeitsarbeit für die Krankenkassen geleistet: Man hat durchschnittlich 10% mehr bekommen. Welche Berufsgruppe hat es sonst bekommen. Da gibt es die nächsten 5 Jahre keine vernünftigen Steigerungen mehr. Im diesem Sinne herzlichen Dank an die KBV für die Propaganda im Sinne der Krankenkassen.
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