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Ärztenetze sollen gestärkt werden

Donnerstag, 4. März 2010

Berlin – Ärzte- und Kassenvertreter haben sich auf dem 5. Kongress der Gesundheitsnetzwerker in Berlin dafür ausgesprochen, Ärztenetze zu stärken und die Zusammenarbeit zu intensivieren. „Das medizinische Wissen ist heute sehr komplex und kann nur über Netzwerke bewältigt werden“, sagte die Vorstandsvorsitzende der Barmer GEK, Birgit Fischer. Dabei dürfe man nicht nur mit einer Facharztgruppe sprechen, sondern müsse den  Versorgungsbedarf aus dem Blickwinkel der Patienten sehen. 

„Die Ärztenetze von heute sind unternehmerisch aufgebaut und werden zunehmend professioneller“, erklärte der Vorsitzende des NAV-Virchowbundes, Klaus Bittmann. „Ärztenetze müssen mit den Krankenkassen als Partner vernünftige Konzepte entwickeln. Wenn man das in den Regionen zusammen macht, steht leider manchmal noch das Kollektivsystem im Weg.“ Zentralismus werde der Sache aber nicht gerecht; darauf müsse man auch bei den Körperschaften achten.

„Was in Berlin passt, passt in der sprichwörtlichen Uckermark nicht“, betonte Christoph Straub, Vorstandsmitglied der Rhön-Klinikum AG. Diese unterschiedlichen Anforderungen mit einheitlichen, zentral gesteuerten Planungen zu bewältigen, werde immer schwieriger.

Wenn man etwas verändern wolle, könne man dies nicht auf den alten Wegen tun, sagte Fischer. „Wir müssen nun auch Geld für die neuen Pfade einsetzen.“ 

„Ärztenetze dürfen sich der Qualitätsdokumentation nicht erwehren“, forderte Bittmann. „Aber das tun sie heute auch nicht mehr.“ Auch Straub erklärte: „Die Krankenkassen haben einen berechtigten Anspruch darauf, dass die Leistungserbringer belegen, dass Ärztenetze die Versorgung tatsächlich verbessern. Wir brauchen ein System, das allen deutlich macht, was wir erreicht haben mit einer solchen Netzstruktur.“

„Die wichtigste Aufgabe ist jetzt, dass vertrauensvolle Partnerschaften entstehen“, betonte Bittmann. „Wir müssen das Bild durchbrechen, dass die Krankenkassen Ärzte nur über den Tisch ziehen wollen. Ich habe sehr vertrauensvolle Gespräche mit Krankenkassen geführt. Auch mit Kliniken müssen wir vertrauensvoll umgehen. Wir müssen jetzt gemeinsam Verantwortung für die Versorgung tragen.“ 

Und Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH-Allianz, ergänzte: „Wir dürfen nicht auf die Politik warten, bis sie Entscheidungen trifft. Ich würde mir wünschen, dass unser Dialog mehr ohne die Politik läuft.“ © fos/aerzteblatt.de

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