Body-Mass-Index nutzlos bei gesundheitlicher Risikovorhersage
Donnerstag, 4. März 2010
München – Der BMI spielt keine Rolle für das Schlaganfall-, Herzinfarkt- oder Todesrisiko eines Menschen. Für Risiko-Aussagen eignet sich der sogenannte WHtR Wert offenbar besser. Dieser ergibt sich, wenn man den Taillenumfang durch die Körpergröße teilt. Das behaupten Wissenschaftler der Universität München um Harald Schneider. Sie publizierten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism (doi:10.1210/jc.2009-1584).
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75 Prozent der deutschen Männer und fast 60 Prozent der Frauen sind übergewichtig, mehr als 50 Prozent der Männer und 23 Prozent der Frauen sogar adipös. Gängige Statistiken beruhen auf Erhebungen mit dem Body-Mass-Index (BMI), dessen Relevanz als Risikofaktor sei jedoch zweifelhaft, so die Forscher.
Nicht die Menge, sondern die Verteilung des Körperfetts ist offenbar entscheidend für bestimmte Krankheits-Gefahren. Fett im Taillenbereich kann schädliche Fettsäuren und diverse Botenstoffe in den Körper abgeben, die Entzündungen hervorrufen können.
Dieser Vorgang findet vor allem in den Gefäßen statt und verursacht so Arteriosklerose. Hüft-, Oberschenkel- und Gesäßfett hingegen haben nach jüngsten Erkenntnissen nichts mit dem Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen zu tun. Entsprechend versuchen die Wissenschaftler das ideale Maß zu finden, das die realen Verhältnisse widerspiegelt. In der Diskussion sind das Verhältnis von Hüft- zu Taillenumfang (WHR) und der WHtR.
Die Forscher untersuchten in ihrer Studie knapp 11.000 Probanden und ermittelten zu Beginn für jeden Studienteilnehmer WHR, WHtR und BMI. Dabei wurden für jedes Maß vier Größenordnungen festgelegt.
Drei bis acht Jahre lang beobachteten die Wissenschaftler daraufhin die gesundheitliche Entwicklung der Probanden. Das Ergebnis zeigt, dass das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall sich am besten mit dem WHtR darstellen lässt.
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