Mesotheliom: Impfstoff gegen Asbest-Krebs
Donnerstag, 4. März 2010
Rotterdam – Niederländische Forscher haben eine Immuntherapie des Pleuramesothelioms entwickelt. Nachdem der “Impfstoff” bei Mäusen eine lebensverlängernde Wirkung erzielt hat, wurden jetzt im American Journal of Respiratory and Critical Care Medicine (2010; doi:10.1164/rccm.200909-1465OC) erste klinische Ergebnisse vorgestellt.
Die meisten Länder haben zwar seit den 70er Jahren die Verwendung von asbesthaltigen Materialien verboten. Aufgrund der langen Latenz des Mesothelioms könnte die Zahl der Folgeerkrankungen in den nächsten Jahren jedoch noch steigen. Zu ihnen gehört das Pleuramesotheliom. Die mittlere Überlebenszeit beträgt bei diesem äußerst bösartigen Krebs etwa 12 Monate. Eine Chemotherapie kann sie um etwa 3 Monate verlängern. Eine Heilung wird selten erzielt.
Bei der Immuntherapie werden dendritische Zellen des Patienten im Labor mit Antigenen aus dem Primärtumor des Patienten zusammengebracht. Die auf diese Weise auf den Tumor sensibilisierten Zellen werden dem Patienten später intradermal oder intravenös injiziert in der Hoffnung, dass dies die Immunantwort auf Metastasen verstärkt. Bei Mäusen konnten Joachim Aerts vom Erasmus Medical Center in Rotterdam die Überlebenszeit verlängern. Jetzt wurden die ersten zehn Patienten behandelt.
Alle hatten zuvor eine Chemotherapie erhalten, so dass nicht sicher ist, welchen Anteil die Immuntherapie an der Regression des Tumors hatte, die bei drei Patienten beobachtet wurde. Bei allen Patienten konnte eine verstärkte Immunantwort auf den Tumor nachgewiesen werden.
Da die drei Injektionen im Abstand von jeweils zwei Wochen bis auf grippeähnliche Symptome gut vertragen wurden, sehen sich die Forscher zur Fortsetzung ihrer Studien berechtigt. Ihr Ziel ist nicht nur die Überlebenszeit von erkrankten Patienten zu verlängern. Langfristig hoffen sie auf einen Impfstoff, mit dem asbestexponierte Personen vor einem Mesotheliom geschützt werden könnten.
© rme/aerzteblatt.de
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