Boston – An eine brusterhaltende Operation (Lumpektomie) sollte sich möglichst rasch eine Radiotherapie anschließen. Denn jede Verzögerung erhöht nach einer Analyse des US-Krebsregisters im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 340: c845) das Risiko eines späteren Lokalrezidivs.
Fehlende Kapazitäten und organisatorische Probleme können schnell zu Wartezeiten für die Radiotherapie führen, die integraler Bestandteil der brusterhaltenden Behandlung des Mammakarzinoms ist.
Die 18.050 Patientinnen im Alter von über 65 Jahren, die das Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER)-Programm für den Zeitraum von 1991 bis 2002 erfasste, mussten im Durchschnitt 34 Tage auf den Beginn der Radiotherapie warten. Bei 30 Prozent der Frauen vergingen sogar mehr als 6 Wochen.
Diese Verzögerung hatte, wie Rinaa Punglia vom Dana-Farber Cancer Institute in Boston ermittelt hat, einen Anstieg um 19 Prozent (Hazard Ratio 1,19; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,01-1,39) in der Rate der Lokalrezidive zur Folge.
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Das 6-Wochen-Intervall ist nach den Ergebnissen der Studie kein Schwellenwert. Im Prinzip steige das Risiko auf ein Lokalrezidiv mit jedem einzelnen Tag, den die Radiotherapie hinausgezögert werde, schreibt die Autorin.
Der Unterschied ist allerdings sehr gering und war in der Studie trotz der großen Teilnehmerzahl in den ersten sechs Wochen nicht signifikant. Außerdem war das absolute Risiko auf ein Lokalrezidiv in der Gesamtkohorte mit 4 Prozent nicht sehr hoch. Es besteht also Grund zur Gelassenheit.
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