Neu Delhi – Wegen der gezielten Abtreibung von Mädchen und der Benachteiligung von Frauen im Gesundheitswesen „fehlen“ in Asien einer UN-Studie zufolge rund 96 Millionen Frauen.
Die „alte Denkweise mit einer Vorliebe für männliche Babys“ habe in Verbindung mit der modernen Technik zu einem massiven Ungleichgewicht der Geschlechter auf dem Kontinent geführt, sagte die Autorin eines entsprechenden Berichts des UN-Entwicklungsprogramms, Anuradha Rajivan, am Montag in Neu Delhi.
Millionen weibliche Föten, Mädchen und Frauen kämen ums Leben oder würden gar nicht erst geboren. Grund dafür seien gezielte Abtreibung, Kindesmord an Mädchen und die Vernachlässigung von Frauen etwa bei der medizinischen Versorgung.
Demnach ist die Lage in China und Indien besonders dramatisch – dort leben dem Bericht zufolge aus den genannten Gründen jeweils rund 42,6 Millionen Frauen zu wenig, um ein Gleichgewicht der Geschlechter zu gewährleisten.
Ostasien habe das weltweit höchste Ungleichgewicht der Geschlechter: Auf 100 geborene Mädchen kommen 119 Jungen, der weltweite Durchschnitt liegt pro 100 Mädchen bei 107 Jungen. Die Zahlen würden aller Voraussicht nach steigen, sagte Rajivan bei der Vorstellung des Berichts anlässlich des Weltfrauentags.
Von dem wirtschaftlichen Aufschwung der Region und der verbesserten medizinischen Versorgung würden Frauen oft aufgeschlossen und daher etwa in der Schwangerschaft nicht ausreichend gut behandelt.
Besonders in Südasien wiederum erschwerten auch der fehlende Schutz von Frauen vor Gewalt und der Ausschluss von Bildung und politischer Teilhabe das Problem der Ungleichheit. Der UN-Bericht fordert daher eine Verbesserung der Frauenrechte auf drei Gebieten: Mehr Macht im Wirtschaftssektor, eine erhöhte Teilhabe am politischen Leben sowie einen verbesserten Schutz von Frauen durch das Gesetz.
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