Ann Arbor – Hämatopoetische Stammzellen im Knochenmark sind möglicherweise das lang gesuchte Reservoir des HI-Virus. Dies geht aus einer Studie in Nature Medicine (2010; doi:10.1038/nm.2109) hervor, die neue Ansätze zur dauerhaften Eradikation des Erregers schaffen könnte.
Die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) muss derzeit lebenslang durchgeführt werden. Denn durch die Kombination mehrerer Wirkstoffe gelingt es nur, die aktive Virusreplikation zu stoppen. Solange aber noch Virusgene im Körper überleben, kommt es nach dem Ende der Therapie zum erneuten Aufflammen der Infektion.
Das Reservoir der Retroviren wurde bisher im lymphatischen Gewebe und in einer Gruppe der CD4-positiven Zellen vermutet. Nach den Untersuchungen von Kathleen Collins von der Universität von Michigan in Ann Arbor überleben die Viren indes im Knochenmark und dort ausgerechnet in den hämatopoetischen Stammzellen.
Die Forscherin untersuchte diese so genannten CD34-positiven Zellen bei HIV-Patienten, deren Viruslast durch die Medikamente seit mindestens sechs Monaten unter die Nachweisgrenze bedrückt worden war. Die Medikamente können die HIV-Gene jedoch nicht beseitigen, die sich in den hämatopoetischen Stammzellen festgesetzt haben.
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