![]() |
| Philipp Rösler /Lopata |
aerzteblatt.de blog.aerzteblatt.de aerzteblatt.de |
Im ZDF-“Morgenmagazin“ bekräftigte Spahn seine Forderung nach einem „Pharma-Soli“. „Wir haben in diesem Jahr ein Defizit von acht Milliarden Euro in den gesetzlichen Krankenversicherungen“, sagte er. Dies erfordere auch einen Solidaritätsbeitrag der Pharmaindustrie. Er sprach sich dafür aus, die Preise für Arzneimittel gesetzlich um zehn Prozent zu senken.
Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU) begrüßte die Vorschläge zur geplanten Senkung der Arzneimittelkosten als „ein erstes Signal”. Die Kosten müssten gesenkt werden, sagte Söder am Mittwoch in München. Darüber hinaus forderte er, die Preise für das laufende Jahr einzufrieren.
Die SPD zeigte sich skeptisch. Die SPD-Gesundheitspolitikerin Elke Ferner wies darauf hin, dass es immer wieder Versuche gegeben habe, die Kosten für Medikamente zu dämpfen. Aber die Pharmaindustrie habe immer wieder Auswege gefunden, um die Kosten erneut in die Höhe zu treiben.
„Das Problem bei uns ist, dass, wenn die normalen klinischen Studien durchlaufen sind, das Arzneimittel eine Zulassung bekommt und dann die Pharmaindustrie ihren Preis festsetzen kann“, sagte Ferner. „Eine Kosten-Nutzen-Bewertung, wie wir sie wollten, hat die Union in der letzten Wahlperiode verhindert“, fügte sie hinzu.
Die Gesundheitsexpertin der Links-Fraktion, Martina Bunge, kritisierte: „Rösler gibt sich als edler Ritter gegen die Pharmariesen und führt in Wahrheit Scheingefechte wie Don Quichotte.” Bunge verwies darauf, dass Experten ein wesentlich höheres Einsparpotenzial sähen, als von Rösler angepeilt. Bei seinem Konzept handele es sich um „leicht modifizierte” Ideen der Pharmaindustrie. Die Verhandlungsmacht der Kassen gegenüber den Monopolen der Konzerne sei sehr begrenzt.
Auch Grünen-Fraktionschefin Renate Künast wertete Röslers Einsparpläne als „taktisches Manöver”, mit dem er von seinem Versagen bei der auch koalitionsintern umstrittenen Kopfpauschale ablenken wolle. Nach langwierigen Verhandlungen blieben vermutlich allenfalls schwammige Ergebnisse übrig.
Die Vorsitzende des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, verlangte deutlich weiter gehende Einsparungen von drei bis vier Milliarden Euro bei den Arzneimitteln. Dazu müssten auch die Apotheker einen Beitrag leisten.
Leserkommentare
Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.