Ärzteschaft

Evaluation der Wei­ter­bildung: Gute Noten, mittel­mäßige Betei­li­gung

Mittwoch, 10. März 2010

Berlin – Die Weiterbildung zum Facharzt ist in Deutschland besser als ihr Ruf. Das geht zumindest aus den Ergebnissen einer Umfrage unter weiterbildungsbefugten Ärztinnen und Ärzten einerseits und dem Facharztnachwuchs hervor, die die Bundesärztekammer (BÄK) heute in Berlin vorgestellt hat. Die BÄK hat mit Hilfe der Landesärztekammern eine aufwendige Evaluation der Weiterbildung begonnen, die fortgesetzt werden soll.

„Die meisten jungen Ärztinnen und Ärzte sind grundsätzlich mit den Möglichkeiten und Angeboten ihrer Facharztweiterbildung zufrieden“, fasste BÄK-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe die Ergebnisse zusammen. „Sie beklagen aber, dass hohe Arbeitsbelastung, Bürokratie und Überstunden ihren Berufsalltag prägen.“ Der Nachwuchs sollte 100 Fragen zu acht verschiedenen Komplexen beantworten, und zwar nach dem Schulnotenkonzept von eins bis sechs.

Die Gesamtbeurteilung lag bei 2,54. Mit Gut (2,1) bewerteten die Assistenzärzte die Betriebskultur. Ähnlich wurden Führungs- und Lernkultur an den Weiterbildungsstätten eingeschätzt. Die schlechtesten Noten gab es für Kultur zur Fehlervermeidung (2,8) und für die Anwendung der evidenzbasierten Medizin (3,8).

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Im Rahmen der Evaluation nach Schweizer Vorbild antworteten fast 30.000 Befragte. Damit beteiligten sich knapp zwei Drittel der Weiterbilder, aber nur ein Drittel der angehenden Fachärzte. Dadurch liegen von rund 40 Prozent der Weiterbildungsstätten gar keine Ergebnisse vor.

Die BÄK vermutet zum einen, dass die Evaluation nicht allen bekannt war. „Ich finde die Rücklaufquote gar nicht so enttäuschend. Es ist schließlich das erste Mal, dass wir eine solche Befragung durchführen“, sagte BÄK-Präsident Hoppe dem Deutschen Ärzteblatt.

Zum anderen geht man davon aus, dass manche Assistenzärzte das Verfahren nicht für ausreichend anonym hielten. Weil hierzulande keine Meldepflicht für den Facharztnachwuchs besteht, konnten die Kammern nicht direkt Kontakt aufnehmen. Vielmehr wurden die Weiterbilder angeschrieben und gebeten, den angehenden Fachärzten Zugangscodes für die Teilnahme an der Evaluation zur Verfügung zu stellen. © Rie/aerzteblatt.de

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doc.nemo
am Freitag, 12. März 2010, 08:44

Weiter wie bisher!

Was will uns diese Umfrage sagen? Dass die Weiterbildung in Deutschland doch gar nicht so schlecht ist? Nein, denn genau diese Schlussfolgerung ist unzulässig! Die Umfrage ist nämlich weit davon entfernt, repräsentativ zu sein. Nur ein geschätztes Drittel aller betroffenen Assistenzärzte hat sich beteiligt, und wie dieses Drittel zusammengesetzt ist, weiß niemand. Vielleicht haben nur die zufriedenen Assistenten geantwortet? Die unzufriedene Mehrheit hat vielleicht gar nicht erst mitgemacht – wohl wissend, dass es sowieso nichts bringt. Dagegen haben zwei Drittel aller Ausbilder geantwortet – und wer bescheinigt sich schon selbst eine schlechte Qualität? Zudem hatten die Ausbilder die Möglichkeit, sich die teilnehmenden Assistenten selbst auszusuchen.
Was also lernen wir aus dieser Studie? Nur, dass die BÄK und ihr Präsident sie als Berechtigung betrachten werden, weiter in selbstgefälligem Nichtstun zu verharren. Dann hat auch der Herr Präsident genug Zeit, sich seinem Hobby zu widmen: dem Kampf gegen eine Liberalisierung der Sterbehilfe.
aquanixe
am Donnerstag, 11. März 2010, 14:47

Eigenlob oder Selbstherrlichkeit ?!

Gute Noten ? 2,54 ist eine befriedigende Note !
Bezieht man das Ergebnis auf die Teilnehmerzahl von 20000 Ausbildern und nur 10000 Assistenzärzten liegt die Wahrheit doch ganz weit ab von dem Prädikat "gut" ! Mathematisch liegt das Ergebnis für Assistenzärzten dann bei befriedigend bis ausreichend.
Warum wird das Ergebnis der Auszubildenden nicht einzeln veröffentlicht?

Bleibt die Frage offen, ob es sich hier um ein Eigenlob der ärzlichen Bürokraten und Funktionären handelt, oder die Selbstherrlichkeit der befragten Ausbilder das Ergebnis so beschönigt hat?

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