Baltimore – Die Entnahme einer Niere ist für den Organspender mit einem gewissen perioperativen Sterberisiko verbunden. Langfristig könnten die Überlebenschancen einer Studie im Amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 303: 959-966) zufolge sogar besser sein als im Rest der Bevölkerung.
Die Lebendspende könnte ein Ausweg für den Organmangel bei der Nierentransplantation sein. Die Entfernung einer Niere ist allerdings wie alle Operationen mit einem Risiko verbunden, das Dorry Segev von der Johns Hopkins Universität in Baltimore jetzt durch eine Analyse von Lebendspender aus den USA quantifiziert hat: Von den 80.347 Nierenspendern (aus dem Zeitraum April 1994 bis Ende März 2009) sind 25 in den ersten 90 Tagen nach der Organentnahme gestorben.
Das ergibt eine chirurgische Mortalität von 3,1 auf 10.000 Nephrektomien (95-Prozent-Konfidenzintervall 2,0-4,6). Die Inzidenz war für Männer mit 5,1/10.000 und Afroamerikaner (7,6/10.000) relativ höher. Absolut gehen aber auch diese Personen ein geringes Risiko ein. Aus dem Rahmen fiel die Rate mit 36,7/10.000 bei Hypertonikern. Diese Zahl basiert allerdings nur auf 2 Todesfällen unter 545 Hypertonikern, bei denen eine Lebendspende akzeptiert wurde.
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Als Gegenleistung für die Lebendspende wird den Spendern in der Regel eine höhere medizinische Aufmerksamkeit zuteil. Üblich ist eine jährliche nephrologische Untersuchung, bei der chronische Erkrankungen möglicherweise frühzeitig erkannt und besser behandelt werden.
Dies ist eine der beiden Erklärungsmöglichkeiten für die Tatsache, dass die 12-Jahres-Sterblichkeit bei den Lebendspendern mit 1,5 Prozent niedriger war als in einer Vergleichsgruppe von Teilnehmern der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES III), wo 2,9 Prozent im gleichen Zeitraum verstarben.
Die andere Erklärung könnte darin bestehen, dass Lebendspender gesünder sind als der Durchschnitt der Bevölkerung, was in derartigen Untersuchungen als Störfaktor nicht immer herausgerechnet werden kann.
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