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Ärzteschaft

Urologen kritisieren Onkologie-Vereinbarung

Donnerstag, 11. März 2010

Hamburg – Der Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU) kritisiert die von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und den Krankenkassen ausgehandelte bundesweite Onkologie-Vereinbarung. Laut BDU sind gut ein Viertel aller Krebserkrankungen urologische Tumoren und „werden großenteils erfolgreich von Urologen therapiert“. Statt dies jedoch zu würdigen, zerstöre die Onkologie-Vereinbarung „durch ihre wenig realitätsnahen Anforderungen die gewachsenen Strukturen zu Lasten unserer Patienten“, moniert BDU-Präsident Martin Bloch.

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Aktuelle Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) bestätigten, dass Urologen unter allen Organfächern die größte Gruppe onkologischer Patienten versorgen. „Jeder sechste Patient in einer urologischen Praxis hat ein Tumorleiden“, so der BDU-Präsident. Um jedoch nach der neuen Onkologie-Vereinbarung nicht aus der onkologischen Versorgung herausgedrängt zu werden, müssten Urologen pro Quartal mindestens 20 Patienten nachweisen, die eine intravasale/intravesikale (Chemo-) Therapie erhielten.

Diese Zahl sei „für Urologen realitätsfremd“ und werde selbst von mancher onkologischen Schwerpunktpraxis kaum erreicht. „Die in der Vereinbarung postulierte wohnortnahe Versorgung von Krebspatienten wird so ad absurdum geführt“, stellt BDU-Präsident Bloch fest. Er fordert, die Onkologie-Vereinbarung von „Überregulierung, unrealistischen Anforderungen sowie bürokratischem und strukturellem Ballast“ zu befreien. © hil/aerzteblatt.de

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