Paris – Das Anthelminthikum Ivermectin, das zur Behandlung der tropischen Flussblindheit (Onchozerkose) eingeführt wurde, kann auch lästige Insekten auf der Kopfhaut beseitigen. In einer Vergleichsstudie im New England Journal of Medicine (2010; 362: 896-905) an Kindern mit schwer zu therapierenden Kopfläusen war es der topischen Anwendung von Malathion überlegen.
Auch wenn Kopfläuse auf eine mehrmalige Blutmahlzeit angewiesen sind und deshalb den menschlichen Skalp nur ungern verlassen (außer ein neues Siedlungsgebiet nähert sich), erweist sich ihre Beseitigung häufig als mühsam.
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Olivier Chosidow vom Hôpital Henri-Mondor in Créteil bei Paris und Mitarbeiter haben die Wirkung von Ivermectin zur Läusetherapie an 812 Kindern in Großbritannien, Irland, Israel und Frankreich mit der topischen Anwendung von Malathion verglichen. Es wurden zwei Behandlungen im Abstand von 8 Tagen vorgenommen. Sie bestand in der topischen Applikation der Malathion-Lotion auf der Kopfhaut oder der Einnahme von Tabletten mit dem Wirkstoff Ivermectin.
Nach 15 Tagen erfolgte eine Erfolgskontrolle: Im Ivermectin-Arm waren 95,2 Prozent der Kinder läusefrei, unter Malathion waren es 85,0 Prozent. Der Unterschied von 10,2 Prozentpunkten war bei einem 95-Prozent-Konfidenzintervall von 4,6 bis 15,7 signifikant.
Bei den weiter von Läusen befallenen Kindern (8 im Ivermectin-Arm und 31 im Malathion-Arm) wurden die Therapien ausgetauscht: Bei allen 8-Ivermectin-Versagern war auch Malathion erfolglos, während Ivermectin die Läuse bei 30 von 31 Kindern im Malathion-Arm beseitigte.
Das seit vielen Jahren zur Behandlung der Flussblindheit eingesetzte Ivermectin ist nach Auskunft der Autoren auch bei der Läusetherapie sicher. Die Abbruchrate war mit 1,8 Prozent nicht wesentlich höher als unter Malathion (1,2 Prozent).
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