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Medizin

Dyslipidämie: Analogon des Schilddrüsenhormons unterstützt Statintherapie

Donnerstag, 11. März 2010

Stockholm – Das künstliche Schilddrüsenhormon Eprotirom hat in einer Dosisfindungsstudie im New England Journal of Medicine 2010; 362: 906-916) die Lipidwerte bei Patienten verbessert, die unter einer Statinmonotherapie keine befriedigende Ergebnisse erzielten.

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Es ist lange bekannt, dass Schilddrüsenhormone den Cholesterinspiegel senken und auch andere Lipide günstig beeinflussen. Wegen der zahlreichen Nebenwirkungen kommt das natürliche Hormon für eine Therapie der Dyslipidämie aber nicht infrage.

Ein schwedischer Hersteller hat deshalb einen Rezeptoragonisten entwickelt, der die Hormonwirkung auf den Lipidstoffwechsel in der Leber beschränken soll. Eprotirom induziert keine Hyperthyreose, und in der Studie der Arbeitsgruppe um Bo Angelin vom Karolinska Institut in Stockholm, hielten sich auch die Auswirkungen auf den Schilddrüsenstoffwechsel in Grenzen.

Dafür kam es bei den 137 Teilnehmern der Studie unter der Therapie mit Eprotirom zu einer deutlichen Reduktion der LDL-Cholesterinwerte. Unter der höchsten Dosierung gingen sie um 32 Prozent zurück, während die 47 Teilnehmer der Placebo-Gruppe trotz Diät nur eine Reduktion um 6,5 Prozent schafften.

Bei allen Teilnehmern waren die LDL-Cholesterinwerte vor Studienbeginn trotz mehrmonatiger Statintherapie erhöht geblieben. Die Patienten führten die Statintherapie weiter fort, kombinierten diese in der Studie aber mit drei unterschiedlichen Dosierungen von Eprotirom oder mit Placebo.

Anders als die Statine kann Eprotirom auch die Serumspiegel von Apolipoprotein B, Triglyzeriden und Lp(a)-Lipoprotein senken. Die Konzentration des “guten” HDL-Cholesterin stieg an. Das Mittel dürfte allerdings zunächst nur für die Kombination zu der Statintherapie infrage kommen, zumal die Sicherheit des Wirkstoffs erst noch in größeren Phase-III-Studien geklärt werden muss.

Studien zu zwei früheren Agonisten waren gestoppt worden, nachdem es zu kardialen Komplikationen oder einer Osteoporose gekommen war. Vor dem Hintergrund der guten Verträglichkeit der Statine dürften die Hürden für eine Zulassung von Eprotirom hoch sein. © rme/aerzteblatt.de

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