New Orleans – Auf der Jahrestagung der American Academy of Orthopaedic Surgeons wurden zwei Studien vorgestellt, die unter US-Medizinern verbreitete Zweifel an der langfristigen Sicherheit von Bisphosphonaten stützen. Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat eine Überprüfung eingeleitet, sieht aber derzeit keinen Handlungsbedarf.
Einzelfälle belegen keine Kausalität, sind aber Grund für Nachforschungen. Die FDA hat bereits im Juni 2008 alle Hersteller von Bisphosphonaten aufgefordert, entsprechende Fallberichte weiterzuleiten. Die Analyse habe jedoch bisher keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko ergeben, heißt es in einer Mitteilung der FDA, die ihre Sicherheitsprüfung aber noch nicht abgeschlossen hat.
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Anlass der FDA-Mitteilung sind zwei aktuelle US-Studien, deren Ergebnisse in New Orleans vorgestellt wurden. In der ersten Studie verglich die Gruppe um Melvin Rosenwasser von der Columbia Universität in New York die Entwicklung der Knochendichte bei 61 Patientinnen, die über 4 Jahre oder länger mit Bisphosphonaten behandelt wurden, und bei 50 Frauen, die Kalzium und Vitamin D-Supplemente eingenommen hatten. Zugrunde gelegt wurden serielle Aufnahmen mit der dualen Röntgenabsorptiometrie (DEXA).
Mit einer Software (Hip Structural Analysis, HSA) wurden Parameter zur Knochenstruktur ermittelt. Diese zeigen laut Rosenwasser für die Anwenderinnen von Bisphosphonaten nach Therapiebeginn zunächst eine Zunahme der “strukturellen Integrität” um 3,8 Prozent gegenüber den Vortherapiewerten.
Später komme es zu einem Rückgang auf 1,3 Prozent, was Rosenwasser als möglichen Hinweis für eine Schwächung des Knochens deutet. Die Studie ergab aber auch, dass sich in der Kontrollgruppe alle Parameter über die gesamte Zeit verschlechterten.
In der zweiten Studie haben Brian Gladwick vom Hospital for Special Surgery in New York und Mitarbeiter Knochenbiopsien von 21 Patientinnen analysiert, darunter die von 12 Langzeitanwenderinnen (Durchschnitt: 8,5 Jahre) von Bisphosphonaten.
Bei diesen will Gladwick eine Reduktion in der „Gewebeheterogenität“ entdeckt haben, die vor allem den Mineralgehalt und die Kristallgröße betrafen. Dies könne zu einem erhöhten Risiko auf atypische Frakturen geführt haben, meint Gladwick.
Ob dieses Risiko aber tatsächlich besteht, müssen die weiteren Auswertungen durch die FDA zeigen. Diese rief die Ärzte auf, ungewöhnliche Frakturen zu melden. Einschränkungen, etwa bei der Gesamtdauer der Therapie, sind vorerst nicht vorgesehen.
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