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Medizin

Orale Kontrazeptiva ohne langfristiges Sterberisiko

Freitag, 12. März 2010

Aberdeen – Die Einnahme oraler Kontrazeptiva mag vor allem bei älteren Frauen und Raucherinnen mit einem erhöhten Risiko von vaskulären Komplikationen einhergehen. Langfristig ist das Sterberisiko jedoch nicht erhöht. Die jüngste Auswertung einer prospektiven Kohortenstudie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010;340:c927) deutet sogar auf eine verminderte Sterberate der Anwenderinnen hin.

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Mit 46.112 Frauen, die über bis zu 39 Jahre nachbeobachtet wurden, ist die Royal College of GPs Oral Contraception Study eine der größten Studien zu den gesundheitlichen Auswirkungen oraler Kontrazeptiva.

Auch wenn während dieser Zeit zwei Drittel von insgesamt 1,8 Millionen Anwendungsjahren „verloren“ gingen, zumeist weil die Frauen oder ihr Arzt den Wohnort wechselten, dürften die jetzt von Philip Hannaford von der Universität Aberdeen vorgestellten Ergebnisse eine gewisse Glaubwürdigkeit beanspruchen. Zumal die beiden anderen Studien, die Nurses’ Health Study und die kleinere Oxford Family Planning Association Contraception Study, zu ähnlichen Ergebnissen gekommen waren.

Danach brauchen sich Anwenderinnen oraler Kontrazeptiva keine übertriebenen Sorgen zu machen, dass die Hormone ihnen auf Dauer einen Schaden zufügen. Zwar kommt Hannaford bei Frauen unter 30 Jahren auf 20 zusätzliche Todesfälle pro 100.000 Anwenderjahre und in der Gruppe der 30- bis 39-jährigen Frauen noch einmal 4/100.0000 Anwenderjahre hinzu.

Doch im höheren Alter kehrte sich der Trend um: In der Altersgruppe von 40 bis 49 Jahre kam es zu 14 weniger Todesfällen pro 100.000 Anwenderjahre. Bei den 50- bis 59-Jährigen waren es 86 weniger, und bei den 60- bis 69-Jährigen 122 weniger Todesfälle und bei den über 70-Jährigen sogar 308 weniger Todesfälle (jeweils pro 100.000 Anwenderjahre).

Unter dem Strich hatten Anwenderinnen der Pille ein um 12 Prozent niedrigeres Sterberisiko. Ob dies real ist und wenn ja, welches die Gründe dafür sind, ist sicherlich eine müßige Frage, da keine Frau aus diesem Grund zu hormonellen Kontrazeptiva greifen dürfte.

Und ob die Ergebnisse für heutige Anwenderinnen gelten, ist keinesfalls garantiert, da sich die Zusammensetzung der oralen Kontrazeptiva seit 1968, dem Beginn der Studie, mehrfach verändert hat. © rme/aerzteblatt.de

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