Oxford/Glasgow – Die schädlichen Wirkungen von Alkohol und einer Adipositas auf die Leberfunktion sind nach den Ergebnissen aus zwei prospektiven Kohortenstudien im Britischen Ärzteblatt (BMJ) supra-additiv.
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In der Million Women Study, die 1,2 Millionen Frauen über 6,2 Jahre beobachtete, betrug die Hospitalisierungs- oder Sterberate an einer Leberzirrhose 0,8/1.000 Frauen auf 5 Jahre, wenn die Frauen einen mäßigen Alkoholkonsum hatten (ein Drittel bis ein halber Drink pro Tag). Eine zusätzliche Adipositas erhöhte das Risiko nur wenig auf 1/1.000.
Anders war die Situation, wenn die Frauen starke Trinker waren (Durchschnitt 2,5 Drinks am Tag). Dann stieg die Rate schwerer Lebererkrankungen auf 2,7/1.000. Kam noch eine Adipositas hinzu, waren es in 5 Jahren 5/1.000 Hospitalisierungen oder Todesfälle an einer Leberzirrhose, wie Bette Liu und Mitarbeiter von der Cancer Epidemiology Unit an der Universität Oxford mitteilen (BMJ 2010; 340: c912). Die Forscherin schätzt, dass 42 Prozent der Todesfälle an Leberzirrhose auf den Alkohol und 17 Prozent auf die Adipositas zurückzuführen sind.
Noch auffälliger sind die Zahlen für schottische Männer, die an den beiden Midspan-Studien teilgenommen hatten (BMJ 2010; 340: c1240). Die Nachbeobachtungszeit beträgt dort mittlerweile 29 Jahre. Während dieser Zeit starben 0,8 Prozent der 9.559 Männer an einer Lebererkrankung, bei weiteren 1,5 Prozent wurde eine solche als Nebenbefund im NHS Central Register genannt.
Das Register erfasst alle Personen, die sich in Schottland in ärztlicher Behandlung befanden. Nach den Berechnungen von Carole Hart von der Universität Glasgow haben starke Trinker (15 oder mehr Drinks in der Woche) ein 3,2-fach erhöhtes Risiko an einer Lebererkrankung zu sterben, wenn sie normal- oder untergewichtig sind.
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