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Warnung: Wund-Gel fördert Krebswachstum

Montag, 15. März 2010

Bonn – Der Wachstumsfaktor Becaplermin, der in Wunden die Granulation und damit die Abheilung stimuliert, fördert offenbar auch das Wachstum von Tumoren. Das Wundgel Regranex® ist deshalb bei Krebspatienten generell kontraindiziert, wie der Hersteller in einem Rote-Hand-Brief mitteilt.

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Becaplermin ist ein rekombinanter humaner thrombozytärer Wachstumsfaktor-BB (rhPDGF-BB). Er ähnelt dem natürlich vorkommenden PDGF, an der Bildung von Granulationsgewebe und Blutgefäßen beteiligt ist. Becaplermin hat in klinischen Studien die Heilung von diabetischen Ulzera beschleunigt, zu deren Behandlung es seit 2000 zugelassen ist.

Der Wirkungsmechanismus schließt eine Förderung des Tumorwachstums nicht aus, und tatsächlich kam eine nach der Zulassung durchgeführte epidemiologischen Studien zu dem Ergebnis, dass Tumorpatienten, die drei oder mehr Tuben Regranex verwendet hatten, ein signifikant erhöhtes Krebssterberisiko haben (relatives Risiko 5,2; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,6-17,6). Ein Anstieg der Tumorinzidenz konnte dagegen nicht gezeigt werden.

Die Studie ist jetzt Anlass für eine absolute Kontraindikation bei allen Krebspatienten, die der Hersteller in einem Rote-Hand-Brief mitteilt. Die FDA hatte bereits 2008 einen Warnhinweis (black-box-Warnung) verfügt, der einer relativen Kontraindikation gleichkam. Das Mittel durfte bei Krebspatienten nur nach sorgfältigem Abwägen von Nutzen und Risiken eingesetzt werden. © rme/aerzteblatt.de

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