Suchen in

  • Archiv
  • News
  • Foren
  • Blogs
  • Preise
2.861 News Ausland

Ausland

EU-Ausschuss gegen Ampel-Kennzeichnung

Dienstag, 16. März 2010

Brüssel – Lebensmittelverpackungen müssen in der EU künftig den Verbraucher detailliert über Nährwerte informieren, jedoch nicht unbedingt in den Ampelfarben rot, gelb oder grün. Dafür sprach sich am Dienstag im Europaparlament der federführende Umweltausschuss aus. Demnach soll es den einzelnen EU-Staaten vorbehalten bleiben, ob sie die umstrittene Ampelkennzeichnung einführen oder nicht.
Anzeige

Dem Verordnungsentwurf zufolge soll auf den Etiketten von Nahrungsmitteln künftig gut sichtlich der Brennwert in Kalorien pro 100 Gramm angegeben werden. Obligatorisch sollen außerdem Angaben über den Gehalt an Fett, ungesättigten Fettsäuren, Kohlehydraten, Eiweiß und Ballaststoffen werden – mit besonderem Hinweis auf Zucker und Salz. Das Ausschussvotum gilt als wegweisend für die im Mai geplante Abstimmung im Plenum. Das Europaparlament und der Ministerrat entscheiden in der Frage gemeinsam.

Geplant sind auch obligatorische Hinweise auf industriell hergestellte so genannte Transfette, die als besonders gesundheitsschädlich gelten. Für tierische Produkte sowie Gemüse und Obst muss zudem die Herkunft angeben werden. Außerdem sollen die Hinweise für Allergiker verbessert werden. Die Angaben über Fett- und Zuckergehalt – etwa in Keksen und Müslis – sollen insbesondere helfen, gegen die wachsende Fettleibigkeit bei Kindern anzukämpfen.

Die geplante Neuregelung sei „ein Fortschritt für die Verbraucher“, betonte die SPD-Expertin für Gesundheitsschutz, Dagmar Roth-Behrendt. Nicht akzeptabel sei allerdings, dass eine Kennzeichnung von alkoholischen Getränken am Widerstand der Konservativen gescheitert sei. „Viele Verbraucher wissen gar nicht, wie viele Kalorien ein Glas Wein enthält.“

Die sogenannte Ampelkennzeichnung für den Gehalt an Zucker, Salz und Fett mit rot (hoch), gelb (mittel) und grün (gesundheitlich unbedenklich) fand im Ausschuss hingegen keine Mehrheit. Vor allem Linke und Grüne waren für diese Lösung. Der Vorschlag scheiterte aber am Widerstand von Konservativen und Liberalen. „Hier hat die Lobby der Nahrungsmittelindustrie gesiegt“, bedauerte die deutsche Grüne Rebecca Harms. Insgesamt würden die neuen Vorschriften aber mehr Klarheit für den Verbraucher bringen.

Enttäuscht äußerte sich der Europäische Verbraucherverband (BEUC) in Brüssel. Mit dem Verzicht auf die Ampelkennzeichnung sei „wieder einmal eine Chance auf gesündere Entscheidungen verpasst worden“. Es gebe in Europa immer mehr fettleibige Menschen und immer mehr Verbraucher wollten sich heute gesünder ernähren.

Begrüßt wurde das Votum vom Bundesverband der Süßwarenindustrie. Das Votum im Ausschuss bestätige die „Kritik der Wissenschaft an der Ampelkennzeichnung“, heißt es in einer Mitteilung des Verbandes.

In Deutschland hatten Verbraucherschützer und Kinderärzte die leicht verständliche Kennzeichnung in den Ampelfarben gefordert. Die Lebensmittelwirtschaft kritisiert hingegen, diese Lösung würde den Verbraucher bevormunden.

Die großen Hersteller kennzeichnen ihre Produkte seit vier Jahren freiwillig mit dem sogenannten GDA-Nährwertkompass, der anhand einer Portionsgröße (eine Scheibe Käse etwa) zeigt, wie viele Kalorien, Salz, Zucker und Fett ein Produkt enthält, und wie viel Prozent diese Kalorien und Nährstoffe am Tagesbedarf einer erwachsenen Frau ausmachen. © afp/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

polmu
am Mittwoch, 17. März 2010, 20:38

Ob die Ampel wirklich helfen würde???

Diejenigen, die bisher gedankenlos minderwertige "Nahrungsmittel" in sich hineingefressen(!!) haben, werden das auch künftig tun, egal ob die Verpackung mit einer Ampel verziert wird oder nicht. Mag sein, eine unabhängige Studie hat das abgeblich bestätigt, die nehmen die Ampel wahr und "verstehen" ihren Sinn, ihre Essgewohnheiten ändern werden die deswegen noch lange nicht. Bestätigen wird das gerne der Herr Finanzminister, der noch immer viele Milliarden aus der Tabaksteuer einnimmt, (auf die er ungern verzichten möchte), trotz der prangenden Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen.
tr0n
am Mittwoch, 17. März 2010, 17:30

zu starke lobby...

...tja, da war die lobby der lebensmittelindustrie staerker und wird weiterhin von der dummheit vieler menschen profitieren.
lustig finde ich allerdings die begruendung "Die Lebensmittelwirtschaft kritisiert hingegen, diese Lösung würde den Verbraucher bevormunden", so hat die tabak industrie auch immer argumentiert.
  • Drucken
  • Kommentieren
  • Teilen
  • Versenden
  •  
    Merken

Login

E-Mail

Passwort


Passwort vergessen?

Registrieren

Aktuelle Kommentare

Archiv

RSS

RSS

Die aktuellsten Meldungen als RSS-Feed. Mit einer geeigneten Software können Sie den Feed abonnieren.

Merkliste