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Medizin

Lungenkrebs: Stereotaktische Bestrahlung mit guter Tumorkontrolle

Mittwoch, 17. März 2010

Dallas – Die stereotaktische Bestrahlung von kleinen Lungentumoren hat in einer Phase-II-Studie im US-amerikanischen Ärzteblatt (JAMA 2010; 303: 1070-1076) bei inoperablen Patienten eine exzellente Tumorkontrolle erzielt, sie war aber nicht frei von Komplikationen.

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Die Standardtherapie beim nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom im Stadium I ist die Lobektomie oder ein vergleichbarer chirurgischer Eingriff mit kurativer Intention. Viele Patienten haben jedoch Begleiterkrankungen, beispielsweise ein Emphysem oder eine kardiale Schädigung, die eine Operation zu riskant machen.

Diese Patienten erhalten häufig eine Radiotherapie. Moderne Geräte erlauben eine gezielte stereotaktische Bestrahlung, die manchmal auch als Radiochirurgie bezeichnet wird. Sie war Gegenstand der Studie 0236 der US-amerikanischen Radiation Therapy Oncology Group (RTOG).

Behandelt wurden 55 Patienten im Stadium I (darunter 44 im prognostisch günstigen Stadium Ia): Alle Tumoren waren kleiner als 5 Zentimeter, kein Patient hatte einen nachgewiesenen Befall von regionalen Lymphknoten oder Fernmetastasen.

Die Bestrahlungen mit 60 Gray, aufgeteilt in drei Fraktionen, erfolgten zwischen Mai 2004 und Oktober 2006. Bis August 2009 wurde nur bei einem Patienten ein Rezidiv am Ort der Bestrahlung entdeckt, was eine exzellente 3-Jahresrate einer primären Tumorkontrolle von 97,6 Prozent ergibt, die nach Einschätzung von Studienleiter Robert Timmerman vom Southwestern Medical Center in Dalles weit über den Ergebnissen liegt, die bei einer konventionellen Strahlentherapie zu erwarten gewesen wären.

Dies bedeutet allerdings nicht, dass die Therapie den Krebs geheilt hat. Bei drei Patienten kam es zu einem Rezidiv im gleichen Lungenlappen, was die “lokale” Tumorkontrolle auf 90,6 Prozent senkt. Hinzu kommen noch zwei weitere Patienten mit einem regionalen Rezidiv (regionale Tumorkontrolle 87,2 Prozent) sowie disseminierte Krebserkrankungen, die auch im Stadium I nicht ausgeschlossen sind. Insgesamt kam es bei 22,1 Prozent der Patienten zu einem Tumorreziviv: Unter den Patienten im Stadium Ia waren es 14,7 Prozent, im Stadium Ib dagegen schon 47 Prozent.

Da Durchschnittsalter (72 Jahre) und Komorbidität ihren Tribut fordern, waren am Ende weniger als die Hälfte der Patienten am Leben: Insgesamt waren 26 Patienten gestorben, davon 10 am Lungenkrebs, fünf an Begleiterkrankungen, zwei nach medizinischen Interventionen (nicht die Strahlentherapie).

Bei neun Patienten konnte die Todesursache nicht ermittelt werden, weshalb die Angabe des krankheitsfreien Überlebens von 48,3 Prozent mit einem Fragezeichen versehen werden muss.

Dennoch bleibt die Radiochirurgie sicherlich eine Option, die allerdings keinesfalls ohne Risiken ist: Sieben Patienten erlitten eine Nebenwirkung vom Grad 3 und 2 Patienten vom Grad 4. Hinzu kommen noch einmal 6 Patienten mit nicht im Protokoll erfassten Nebenwirkungen. Insgesamt erlitt etwa jeder vierte Patient einen klinisch relevanten Schaden durch die Therapie. © rme/aerzteblatt.de

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