TK-Chef Klusen stellt sich hinter Pläne zur Kopfpauschale
Donnerstag, 18. März 2010
Hamburg – Als erster Chef einer großen gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland hat sich der Vorstandsvorsitzende der Techniker Krankenkasse (TK), Norbert Klusen, hinter die Pläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) für eine Kopfpauschale gestellt.
Klusen sagte dem „Hamburger Abendblatt“ vom Donnerstag: „Philipp Rösler hat recht, wenn er sagt: Der Sozialausgleich kann genauso gut über das Steuersystem erfolgen.“ Die Attacken aus der CSU gegen die Reformpläne von Schwarz-Gelb hält Klusen für unberechtigt: „Ich setze darauf, dass man in dieser Regierung aufhört zu streiten.“
Nach Berechnungen der Techniker Krankenkasse kostet ein kompletter Sozialausgleich über das Steuersystem bei einer Prämie von 140 Euro, die niemanden schlechter stellt, maximal 23 Milliarden Euro. Klusen sagte: „Als Faustformel gilt: Ein Euro Prämie kostet für den Sozialausgleich 167 Millionen Euro. Wenn man also mit 60 Euro Prämie anfängt, bräuchte man etwa zehn Milliarden Euro an Steuergeldern.“ Technisch sei es für die Kassen keine Schwierigkeit, eine Pauschale zu erheben.
Außerdem verteidigte Klusen die Pläne für eine Kopfpauschale gegen die Kritik von Opposition und Gewerkschaften, Niedrigverdiener würden zu Bittstellern gemacht.
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