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Enzephalitis: Merck unterbricht Studien zu Krebsimpfstoff

Dienstag, 23. März 2010

Darmstadt – Die Entwicklung einer Enzephalitis bei einem Studienteilnehmer hat den Darmstädter Pharmakonzern Merck bewogen, sämtliche Studien zu dem Krebsimpfstoff Stimuvax® auszusetzen.

Stimuvax gehört zu einer Reihe von Krebsvakzinen, die derzeit in der Entwicklung sind. Sie enthalten Antigene, die auch die Tumorzellen auf ihrer Oberfläche tragen. Sie sollen die Aufmerksamkeit der zytotoxischen T-Zellen auf den Tumor lenken, um den Krebs durch eine Attacke der Immunabwehr zu zerstören.

Stimuvax besteht auf einem Liposom, in das Kurzpeptide eingebaut sind, die Ähnlichkeit zu Mucin 1 haben. Mucin 1 wird von vielen epithelialen Tumoren und von Zellen des multiplen Myeloms exprimiert. An einem multiplen Myelom litt auch ein Patient, der im Rahmen einer explorativen Phase II-Studie mit Stimuvax in Kombination mit niedrigdosiertem Zyklophosphamid behandelt wurde. Er entwickelte eine schwere Enzephalitis, deren Ursache jetzt genau geklärt werden soll.

Um das ambitionierte Studienprogramm nicht zu gefährden, wurde die Studie – vorübergehend, wie es heißt – abgebrochen. Betroffen sind insgesamt drei Phase-III-Studien, in denen die Wirksamkeit von Stimuvax beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom und beim fortgeschrittenen Mammakarzinom untersucht wird.

Die Nachricht sorgte in der Wirtschaftspresse für Aufsehen, wo Stimuvax – vielleicht etwas voreilig – als möglicher neuer Blockbuster  in der Krebstherapie gehandelt wird. © rme/aerzteblatt.de

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