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Politik

Beske: Nur Priorisierung kann künftig eine gerechte Versorgung sichern

Mittwoch, 24. März 2010

Berlin – „Um eine implizite Rationierung medizinischer Leistungen zu verhindern, muss der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung an die vorhandenen Mittel angepasst werden“, forderte der Leiter des Kieler Instituts für Gesundheits-System-Forschung (IGSF), Fritz Beske, bei der Vorstellung der neuen IGSF-Studie „Bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung bei begrenzten Mitteln“ heute in Berlin.
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Keine Maßnahme sei in der Lage, den künftigen Ausgabenbedarf der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu decken. „Deshalb muss sich die GKV an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen“, so Beske. Und das gehe nur über Priorisierung und Rationierung, wie sie die skandinavischen Länder seit Jahren erfolgreich betrieben. Die deutsche Politik ignoriere diesen Tatbestand jedoch total und weigere sich, über das Thema überhaupt nur zu sprechen: „Dabei ist eine implizite Rationierung, wie wir sie heute haben, die ungerechteste und unsozialste Form der Leistungseinschränkung.“

Bislang bestimme grundsätzlich der Leistungsbedarf der Versicherten das Finanzvolumen der GKV. Wenn in zehn Jahren jedoch die geburtenstarken Jahrgänge das Rentenalter erreichten, werde sich dies umkehren. „Dann bestimmt das zur Verfügung stehende Finanzvolumen den Leistungsumfang der GKV“, so Beske. „Gehandelt werden muss aber schon heute.“

Jeder Bürger müsse künftig die Gewissheit haben, dass er dann, wenn er ernsthaft krank ist, auch einen zeitnahen Zugang zur medizinischen Versorgung habe, erklärte Beske. Versicherte müssten wissen, worauf sie sich verlassen könnten und in welchen Bereichen sie selbst vorsorgen müssten.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, forderte, die Begriffe Priorisierung und Rationierung müssten entdämonisiert werden. Schon heute sei eine implizite Rationierung an der Tagesordnung. Diese müsse jedoch von der Gesellschaft und der von ihr gewählten Regierung und nicht vom niedergelassenen Arzt vorgenommen werden, so Köhler.

Der Hauptgeschäftsführer der Bundesärztekammer, Christoph Fuchs, wies darauf hin, dass ein universelles Leistungsversprechen der GKV nicht länger zu verantworten sei. „Es geht um die zentrale Frage, nach welchem Verfahren die noch vorhandenen Mittel gerecht zugeteilt werden können“, so Fuchs. Er schlug erneut die Gründung eines Gesundheitsrates aus Ärzten, Ethikern, Juristen, Gesundheitsökonomen, Theologen, Sozialwissenschaftlern und Patientenvertretern vor, der Empfehlungen für eine Priorisierung entwickeln soll. © fos/aerzteblatt.de

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adonis
am Donnerstag, 25. März 2010, 09:09

Aktuell zur Mammographie hier im Ärzteblatt.

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/40584/Mammographie_in_Daenemark_ohne_Wirkung.htm
adonis
am Donnerstag, 25. März 2010, 09:07

ich vergass

Und dann bildet man wieder eine "Kommission", die auch nichts anderes macht als Geld kostet und mit Lobbyisten gefüllt ist, die weniger nach fachlichen Aspekten entscheiden, sondern nach dem Geldfluss von anderen in ihre Taschen!!!
adonis
am Donnerstag, 25. März 2010, 09:06

Schwachsinn!!!

Was soll das überhaupt sein. Sind wir doch mal ehrlich. Man hat in die GKV einen Haufen Mist wie Psychotherapie, Neuraltherapie, "Akupunktur", Vorsorgekoloskopien und Vorsorgemammographien, deren medizinischer Nutzen mehr als fragwürdig ist, usw hineingestopft und nun spricht man von Priorisierung in der Medizin. Die klugen Herren sollen doch mal die Hose runterlassen und offenbaren, wie Sie versichert sind!! Nämlich Privat!!!
Man kann sich den Unsinn überhaupt nicht mehr anhören.
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