Brüssel - Das Europäische Parlament (EP) geht bei der Reform der Novel-Food-Verordnung auf Konfrontationskurs mit den EU-Umweltministern. Die Europaabgeordnete fordern im Gegensatz zu den Ministern, die Vermarktung von Fleisch geklonter Tiere oder deren Nachkommen in der Europäischen Union zu verbieten.
Der Umweltministerrat hatte den Verkauf in der vergangenen Woche formell befürwortet. Das EP hatte sich hingegen bereits in erster Lesung für ein Verbot ausgesprochen und die Europäische Kommission aufgefordert, einen eigenständigen Regelungsvorschlag zum Klonen vorzulegen, der nicht nur die Lebensmittelsicherheit, sondern auch die ethischen Fragen berücksichtigen soll.
Die meisten EU-Staaten, darunter Deutschland, hatten im vergangenen Jahr ebenfalls eine eigene EU-Regelung für Klonprodukte gefordert. Allerdings äußerten sie keine grundsätzlichen Bedenken gegen den Verkauf von Klonfleisch.
Eine von der EU-Kommission eingesetzte Ethikgruppe für Wissenschaft und neue Technologien wiederum vertrat die Ansicht, dass es keine überzeugenden Argumente für die Nahrungsmittelerzeugung mit Hilfe geklonter Tiere oder ihrer Nachkommen gibt.
„Fleisch von geklonten Tieren ist nicht in jedem Fall gesundheitsschädlich, aber Risiken können eben auch nicht ausgeschlossen werden. Insbesondere aber ist das Klonen von Tieren Tierquälerei, da beispielsweise das Klonschaf Dolly und andere mit dieser Technik hergestellten Tiere unter vermehrten Krankheiten leiden“, so Peter Liese (CDU), Sprecher der EVP-Fraktion im Ausschuss für Lebensmittelsicherheit und Vorsitzender der EVP-Arbeitsgruppe Bioethik im EP.
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