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Medizin

Keine atypischen Femurfrakturen durch Bisphosphonate

Donnerstag, 25. März 2010

San Francisco – Subtrochantere Femurfrakturen treten auch unter der Langzeittherapie mit Bisphosphonaten nur vereinzelt auf und stellen die Sicherheit dieser Medikamente nicht infrage. Dies ergab eine Analyse früherer Studien im New England Journal of Medicine (2010; doi: 10.1056/NEJMoa1001086), welche die kürzlich auf einer Fachtagung geäußerten Bedenken zerstreut.

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Seit einiger Zeit häufen sich Berichte über merkwürdige Frakturen bei Langzeitanwenderinnen von Bisphosphonaten. Die Patientinnen (meist sind es postmenopausale Frauen) hatten sich manchmal beidseitig den Femurschaft gebrochen, eine auch bei der Osteoporose ungewöhnliche Lokalisation. Zudem waren die Frakturen oftmals nach einem nur minimalen Trauma aufgetreten.

Diese Fallberichte sorgten auch Anfang März auf der Jahrestagung der American Academy of Orthopaedic Surgeons in New Orleans für Gesprächsstoff, wo Forscher der Columbia Universität in New York sie erneut mit dem langfristigen Einsatz von Bisphosphonaten in Verbindung brachten.

Ihre Studien basierten allerdings nur auf wenigen Fällen und auf Auffälligkeiten in der Knochendichtemessung und in Biopsien, deren Aussagekraft gering ist. Die FDA, die dem Verdacht seit Juni 2008 nachgeht, hat bisher keine Häufung dieser Fälle bemerken können.

Eine weitere Entwarnung liefert die Sekundäranalyse von drei großen randomisierten klinischen Studien: Zwei wurden mit dem Bisphosphonat Alendronat durchgeführt, das 1996 als zweiter Wirkstoff nach Etridonat eingeführt wurde. Dies waren die Fracture Intervention Trial (FIT) und die FIT Long-Term Extension oder FLEX-Studie. Die dritte Studie – die Zoledronic Acid Once Yearly Pivotal Fracture Trial (HORIZONS-PFT) – wurde mit Zoledronat (im Mai 2001 zugelassen) durchgeführt.

In der FIT-Studie waren die Frauen über 3 bis 4,5 Jahre auf Alendronat oder Placebo randomisiert worden. In der FLEX-Studie wurden 1.099 frühere Teilnehmerinnen aus dem Alendronat-Arm der FIT-Studie auf eine Weiterbehandlung mit Alendronat (in zwei Dosierungen) oder auf Placebo randomisiert. Einige Teilnehmerinnen wurden zehn Jahre lang mit dem Bisphosphonat behandelt. In der HORIZON-PFT-Studien erhielten 7.736 Frauen über 3 Jahre Zoledronat oder Placebo.

Die Analyse von Dennis Black von der Universität in San Francisco umfasst rund 51.000 Patientenjahre, in denen es zu 284 Frakturen im Bereich der Hüfte kam. Nur 12 dieser Frakturen wurden als subtrochantere Fraktur oder Diaphysenfraktur klassifiziert.

Dies ergibt laut Black eine Häufigkeit von 2,3 pro 10.000 Patientenjahre. Es handelt sich also um ein äußerst seltenes Ereignis, das unter der Therapie mit den Bisphosphonaten nicht signifikant häufiger auftrat als unter Placebo: Black errechnet für Alendronat eine Hazard-Ratio von 1,03 (95-Prozent-Konfidenzintervall 0,06-16,46) und für Zoledronat eine Hazard Ratio von 1,50 (0,25-9,00).

Die weiten Konfidenzintervalle sind durch die geringe Zahl der Ereignisse bedingt, was nach Ansicht der Editorialistin Elizabeth Shane von der Columbia University in New York City die Schwäche von randomisierten Studien zur Aufdeckung seltener Komplikationen verdeutlicht (NEJM 2010; doi: 10.1056/NEJMe1003064).

Einschränkungen ergeben sich auch daraus, dass Black nicht die Röntgenaufnahmen auswerten konnte, nur eine Minderheit der Patienten länger als drei oder vier Jahre behandelt wurde und einige mit einer niedrigen Alendronatdosis (5 mg) behandelt wurden, die heute nicht mehr üblich ist. Nicht verschwiegen werden soll, dass die Studie von den beiden Herstellern der betroffenen Bisphosphonate finanziert wurde.

Für die Editorialistin gibt es derzeit keinen Grund, die Medikamente abzusetzen. Sie sollten langfristig aber nur Patienten verordnet werden, die sie wirklich benötigen und bei denen sich eine Wirkung abzeichnet. Die FDA hat die Ärzte am 10. März aufgefordert, ungewöhnliche Frakturen unter der Behandlung mit Bisphosphonaten zu melden. © rme/aerzteblatt.de

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