Dublin – In Irland ist es einer Studie im British Journal of Urology International (2010; 105: 1060-1065) zufolge zu einem Anstieg der Orchitis-Fälle bei Teenagern und jungen Erwachsenen gekommen. Ein Urologe rät allen 15- bis 24-Jährigen ihren Impfstatus zu prüfen und eine Impfung notfalls nachzuholen.
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Ende der 90er Jahren verzichteten in Großbritannien und Irland viele Eltern auf die MMR-Impfung, nachdem diese mit späteren Autismusdiagnosen und entzündlichen Darmerkrankungen in Verbindung gebracht wurde. Auslöser war eine Studie im Lancet (1998; 351: 637-41), die inzwischen zurückgezogen wurde, damals aber vor allem in den Großstädten die Impfbereitschaft deutlich senkte.
Die nicht geimpften Kinder kommen jetzt in die Pubertät und sind damit vermehrten Komplikationen ausgesetzt, wenn sie im Rahmen einer der seltenen, aber möglichen Epidemien an Masern, Mumps oder Röteln erkranken.
Mumps geht im höheren Alter häufig mit einer schmerzhaften Orchitis einher, die nach den Recherchen von Niall Davis vom Mater Misericordiae University Hospital in Dublin in bis zu 50 Prozent der Fälle mit einer Atrophie der Hoden endet. Eine komplette Unfruchtbarkeit trete dennoch selten ein.
Doch bei 13 Prozent müsse mit einer Subfertilität gerechnet werden, und bei fast der Hälfte der Patienten komme es zu einer vorübergehenden Störung im Spermiogramm, die bis zu drei Monate andauern könne. Bei jedem vierten Erwachsenen halte sie bis zu drei Jahre nach der Erholung von der Orchitis an.
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