Politik

Schwerpunktstaatsanwaltschaften für Pflegemängel gefordert

Dienstag, 6. April 2010

Osnabrück – Die Deutsche Hospiz-Stiftung fordert Schwerpunkt­staats­anwaltschaften zur Bekämpfung von Gewalt in der Pflege. Vorstand Eugen Brysch sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ vom Dienstag, bei der schlechten Pflege gehe es nicht um Einzelschicksale, sondern um zehntausendfache Körperverletzung. Schlechte Pflege müsse daher ein Schwerpunktthema der Staatsanwaltschaften werden.

Brysch sprach sich zudem für amtsärztliche Leichenschauen bei jedem Todesfall von Pflegebedürftigen, Kindern und Jugendlichen aus. Bisher gebe es nur oberflächliche Leichenschauen, wenn ein Arzt gerufen werde, um einen Totenschein auszustellen. „Pflegemängel und Patiententötungen werden so nicht entdeckt“, kritisierte Brysch.

Der Hospitz-Stiftungsvorstand sagte, nötig sei auch ein modernes Dienstleistungshaftungsgesetz, um die Träger von Pflegeeinrichtungen zur Verantwortung zu ziehen. Wie beim Fleischskandal sei es auch in der Pflege besser, die Betreiber und nicht die Mitarbeiter haftbar zu machen. „Zurzeit werden gute wie schlechte Einrichtungen gleich finanziert“, sagte Brysch. „Das ist ein Skandal.“

Der Patientenschützer berief sich auf einen Bericht des Medizinischen Dienstes zum Pflege-TÜV, wonach knapp 40 Prozent der bisher untersuchten Heime ein „mangelhaft“ bei der Vorbeugung gegen Druckgeschwüre erhalten haben. © ddp/aerzteblatt.de

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Peanut71
am Mittwoch, 7. April 2010, 00:24

Das macht wirklich Sinn!

Auf so etwas warte ich schon lange. In den letzten zwei Jahren, habe ich selbst mitbekommen, was alles in Heimen, Kliniken und Rehazentren mit Patienten angestellt wird. Viele hätten eine Chance, bekommen sie jedoch aufgrund es Personalmangels genommen, da wegen zu wenigen Kapazitäten die Patienten meist ruhig gestellt werden, hauptsache keine Ansprüche stellen. Viele von diesen Patienten könnten noch am leben teilnehmen, jüngere Patienten wieder ins Arbeitsleben einsteigen, wenn nur die Pflege stimmen würde, sprich auch die Kapazitäten vorhanden wären, damit der Patient diese Chance auch bekommt.

Eine strengere Kontrolle und Strafen wären auf diesem Sektor wirklich angebracht. So wie das heute leider Realität ist, kann man sich nur wünschen, im Ernstfall nicht behandelt zu werden und sofort zu sterben, als wimmernd und leidend dahin zu siechen aufgrund von Pflegefehlern. Mein Mann kann aufgrund schwerwiegender Pflegefehler nie wieder arbeiten und das mit 46 Jahren. Er wurde durch diese Pflegefehler in diversen Rehazentren zum Schwerstpflegefall.
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