Genf – Bei Mäusen können nach einer vollständigen Zerstörung der Beta-Zellen benachbarte Alpha-Zellen die Produktion von Insulin übernehmen. Die in Nature (2010; doi: 10.1038/nature08894) vorgestellten Ergebnisse eröffnen der Forschung neue Perspektiven zur Behandlung des Typ-1-Diabetes mellitus.
Die in den Langerhans-Inseln des Pankreas beheimateten Alpha- und Beta-Zellen bilden die Hormone Glukagon und Insulin, die eine antagonistische Wirkung (nicht nur) auf den Blutzuckerspiegel haben. Trotz ihrer gegensätzlichen Funktion besteht zwischen beiden Zelltypen eine enge Verwandtschaft, die im Fall eines plötzlichen Untergangs der Beta-Zellen zutage tritt.
Einige Alpha-Zellen können dann die Hormonproduktion von Glukagon auf Insulin umstellen, bis sich ein neues Gleichgewicht herausstellt. Dies zeigen die Experimente, welche die Gruppe um Pedro Herrera von der Universität Genf an Mäusen durchgeführt hat.
Die Forscher verabreichten den Tieren ein Toxin, das selektiv die Beta-Zellen zerstört. Die Mäuse entwickelten erwartungsgemäß einen schweren Typ-1-Diabetes mellitus. Sie überlebten zunächst nur dank regelmäßiger Insulin-Injektionen. Überraschenderweise sank mit der Zeit der Insulinbedarf, bis die Tiere schließlich vollständig ohne Hormonsubstitution auskamen.
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