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Telaprevir kann refraktäre Hepatitis C ausheilen

Donnerstag, 8. April 2010

Durham – Für mehr als die Hälfte aller Hepatitis-C-Patienten, die unter der Standardtherapie keine dauerhafte Viruselimination erzielen, könnte sich bald eine neue Option eröffnen: Die zusätzliche Therapie mit dem Proteaseinhibitor Telaprevir hat in einer Phase-II-Studie im New England Journal of Medicine (2010; 362: 1292-1303) die Heilungsrate deutlich gesteigert.

Eine Hepatitis C gilt als ausgeheilt, wenn die Blutproben auch ein halbes Jahr nach dem Ende der Therapie virusfrei sind. Diese „sustained virologic response“ (SVR) erreichen unter der heutigen Standardtherapie aus einem Peginterferon alfa-2a plus Ribavirin nur etwa 40 Prozent der Patienten. Für die anderen gibt es derzeit nur die Möglichkeit die Standardtherapie zu wiederholen, was erwartungsgemäß nur selten zum Ziel führt.

Die Hoffnungen beruhen derzeit auf einer Reihe neuer Wirkstoffe, zu denen auch der Proteaseinhibitor Telaprevir gehört. Er wurde in einer Dosisfindungsstudie an 453 Patienten untersucht, die alle mit dem Genotyp 1 des Hepatitis C-Virus (HCV) infiziert waren, das besonders schlecht auf die derzeitige Standardtherapie anspricht.

In der Kontrollgruppe, in der die Patienten erneut mit einer Kombination aus Peginterferon alfa-2a plus Ribavirin behandelt wurden, kam es nur bei 14 Prozent zu einer SVR, die der primäre Endpunkt der Studie war.

In den drei anderen Armen der “Protease Inhibition of Viral Evaluation 3” oder PROVE 3-Studie waren die Ergebnisse wesentlich besser, wie John McHutchison von der Duke Universität in Durham/North Carolina und Mitarbeiter aus 53 Zentren (darunter 3 aus Deutschland) berichten können: Die SVR-Rate betrug im “T12PR24”-Arm 51 Prozent, im “T24PR48”-Arm 53 Prozent und im “T24P24”-Arm 24 Prozent.

Die Ziffern geben die Dauer der Therapie mit Telaprevir (T) und Peginterferon/Ribavirin (PR) an. Den Vorzug dürfte “T12PR24” erhalten, da diese Therapie kürzer und damit auch nebenwirkungsärmer ist. Die schlechteren Ergebnisse im “T24P24”-Arm belegen nach Ansicht der Autoren, dass Ribavirin ein unentbehrlicher Bestandteil der Therapie ist.

Der Proteaseinhibitor Telaprevir hat sich damit als wirksam erwiesen. Für die Ersttherapie dürfte er nicht infrage kommen, da die Verträglichkeit schlecht ist: Bei 51 Prozent der Patienten kam es zu einem Hautausschlag, der ein häufiger Grund für eine Therapieabbruch war. Insgesamt beendeten 15 Prozent der mit Telaprevir behandelten Patienten die Therapie frühzeitig gegenüber 4 Prozent in der Kontrollgruppe.

Der Hersteller führt derzeit weitere Studien durch. Sollten sie ebenfalls erfolgreich abgeschlossen werden, soll die Zulassung in der zweiten Hälfte des Jahres beantragt werden. Mit der Einführung wäre frühestens in 2011 zu rechnen. © rme/aerzteblatt.de

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