Berlin – „Mit großer Sorge“ beobachtet der Deutsche Pflegerat (DPR), dass im Bundesministerium für Gesundheit (BMG) der Personalmangel im Gesundheitswesen ausschließlich als Mangel an Ärzten wahrgenommen wird. „Unbemerkt von der Öffentlichkeit und ignoriert von Trägern und Politik entsteht gerade eine riesige Lücke zwischen Angebot und Nachfrage an Pflegefachkräften“, warnt DPR-Präsident Andreas Westerfellhaus.
Obwohl der Bundesgesundheitsminister nach seinem Amtsantritt betont habe, kein Minister ausschließlich für die Ärzte zu sein, dränge sich für die Pflegeberufe inzwischen der Eindruck auf, dass Röslers Augenmerk sich doch vorrangig auf die Belange der Mediziner konzentriere. „Das BMG befasst sich nur mit neuen Arztstellen, besserer Bezahlung und Ausbildung der Ärzte“, moniert der DPR. Während die Zahl der Ärzten ständig ansteige, sinke die Zahl der Pflegefachkräfte weiter.
Der DPR wirft der Politik eine Mitverantwortung bei der Misere der Pflegeberufe vor. „Der politisch gewollte Spardruck hat zu Fehlanreizen und Fehlsteuerung in den Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen und zu einer verfehlten Personalplanung und -entwicklung bei den Pflegeberufen geführt“, kritisiert Westerfellhaus. Im Krankenhaus sei der Pflegepersonalschlüssel inzwischen niedriger als 1969.
Angesichts dieser Entwicklung fordert der DPR Bundes- und Landesregierungen auf, die Weichen neu zu stellen. Wer Pflege als Berufswahl nachhaltig attraktiv machen wolle, müsse in Arbeitsbedingungen, Personalausstattung, Ausbildung, Aufgabenzuweisung, Karrierechancen und auch die Vergütung der Pflegefachkräfte investieren.
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