Ärztekammer Hessen fordert mehr Allgemeinmedizin im Studium
Freitag, 9. April 2010
Frankfurt – Angesichts des drohenden Landärztemangels fordert die Ärztekammer Hessen (LÄKH) bessere Arbeitsbedingungen für Allgemeinmediziner sowie grundlegende Änderungen im Medizinstudium. Unter anderem soll nach Ansicht der Kammer das Fach Allgemeinmedizin in der medizinischen Ausbildung eine größere Rolle spielen. Gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und dem Landesministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit hat die LÄKH einen runden Tisch zum Thema Ärztemangel gebildet.
„Uns gehen die Landärzte aus. In den nächsten fünf Jahren wird die Versorgungslage in den hessischen Regionen dramatische Züge annehmen“, prognostiziert LÄKH-Vizepräsident Martin Leimbeck. Aufgrund der älter werdenden Bevölkerung steige der Bedarf an ärztlicher Versorgung. Gleichzeitig gehe die Zahl der Kollegen auf dem Land altersbedingt zurück, und es rückten zu wenige junge Ärzte nach.
„Die Allgemeinmedizin muss stärker in die universitäre Ausbildung eingebunden und zum Pflichtfach werden“, fordert Leimbeck angesichts dieser Entwicklung. Zudem schlägt der Kammer-Vize vor, die Arbeitsbedingungen für Landärzte zu verbessern, familienfreundliche Infrastrukturen zu etablieren, finanzielle Sicherheit sowie geregelte Vertretungsdienste zu gewährleisten und die Bedarfsplanung in den ländlichen Regionen kleinräumiger zu gestalten. „Hier sind Politik, Gesellschaft und Institutionen gleichermaßen gefordert“, so Leimbeck. © hil/aerzteblatt.de
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