Calgary – Kanadische Forscher haben einen Impfstoff entwickelt, der bei Mäusen die Entwicklung eines Typ-1-Diabetes mellitus verhinderte und die Blutzuckerwerte normalisierte. Die in Immunity (2010; doi: 10.1016/j.immuni.2010.03.015) vorgestellte sogenannte antigen-spezifische Immuntherapie könnte in modifizierter Form auch bei anderen Autoimmunerkrankungen angewendet werden.
Der Impfstoff, den die Gruppe um Pere Santamaria vom Julia McFarlane Diabetes Researchers Center an der Universität Calgary im Bundesstaat Alberta entwickelt hat, besteht aus kleinen Nanopartikeln. Diese tragen auf ihrer Oberfläche Komplexe aus “krankheitsrelevanten Peptiden” und dem Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC).
Diese stimulieren im Immunsystem die Bildung von sogenannten autoregulativen T-Zellen. Es handelt sich dabei um Gegenspieler der aggressiven T-Zellen, die beim Typ-1-Diabetes mellitus für die Zerstörung der Beta-Zellen verantwortlich sind.
Santamaria spricht von einem “Tauziehen” zwischen zerstörerischen und hemmenden Zellen, dessen Ausgang durch die Impfung beeinflusst werde mit dem Ergebnis, dass die Autoimmunerkrankung weitgehend gestoppt wird.
Der Forscher betont, dass dies ohne negative Folgen für andere Fähigkeiten des Immunsystems, etwa die Immunabwehr bleibe. Denn der Impfstoff enthalte ja ein für den Angriff auf die Beta-Zellen spezifisches Peptid, das sich von den Epitopen auf Krankheitserregern unterscheide.
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