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„Nano-Impfstoff“ heilt Typ-1-Diabetes mellitus bei Mäusen

Freitag, 9. April 2010

Calgary – Kanadische Forscher haben einen Impfstoff entwickelt, der bei Mäusen die Entwicklung eines Typ-1-Diabetes mellitus verhinderte und die Blutzuckerwerte normalisierte. Die in Immunity (2010; doi: 10.1016/j.immuni.2010.03.015) vorgestellte sogenannte antigen-spezifische Immuntherapie könnte in modifizierter Form auch bei anderen Autoimmunerkrankungen angewendet werden.

Der Impfstoff, den die Gruppe um Pere Santamaria vom Julia McFarlane Diabetes Researchers Center an der Universität Calgary im Bundesstaat Alberta entwickelt hat, besteht aus kleinen Nanopartikeln. Diese tragen auf ihrer Oberfläche Komplexe aus “krankheitsrelevanten Peptiden” und dem Haupthistokompatibilitätskomplex (MHC).

Diese stimulieren im Immunsystem die Bildung von sogenannten autoregulativen T-Zellen. Es handelt sich dabei um Gegenspieler der aggressiven T-Zellen, die beim Typ-1-Diabetes mellitus für die Zerstörung der Beta-Zellen verantwortlich sind.

Santamaria spricht von einem “Tauziehen” zwischen zerstörerischen und hemmenden Zellen, dessen Ausgang durch die Impfung beeinflusst werde mit dem Ergebnis, dass die Autoimmunerkrankung weitgehend gestoppt wird.

Der Forscher betont, dass dies ohne negative Folgen für andere Fähigkeiten des Immunsystems, etwa die Immunabwehr bleibe. Denn der Impfstoff enthalte ja ein für den Angriff auf die Beta-Zellen spezifisches Peptid, das sich von den Epitopen auf Krankheitserregern unterscheide.

In den Tierexperimenten konnte selektiv der autoimmune Angriff auf die Beta-Zellen verhindert werden. Bei Mäusen mit einem hohen Diabetesrisiko wurde ein Ausbruch der Erkrankung unterbunden und auch bei bereits diabetischen Tieren soll es nach der Impfung wieder zu einer Normoglykämie gekommen sein.

Ob die Therapie auch bei Menschen mit (drohendem oder bereits manifestem) Typ-1-Diabetes mellitus effektiv und vor allem auch sicher ist, lässt sich aus den tierexperimentellen Studien nicht ableiten. Tatsache ist, dass ein Typ-1-Diabetes mellitus beim Menschen auch durch eine starke medikamentöse Immunsuppression verhindert werden könnte Diese müsste allerdings lebenslang durchgeführt werden und hätte nach derzeitigem Kenntnisstand größere Nachteile für den Patienten als die Insulinsubstitution.

Sollten die kanadischen Forscher aber tatsächlich auf einen Weg gestoßen sein, über den der Autoimmunprozess ohne Nachteile für den Patienten gestoppt werden kann, dann könnten mit der gleichen Technologie auch Impfstoffe gegen andere Autoimmunerkrankungen entwickelt werden. Die Erfahrungen zeigen zwar, dass die Ergebnisse von tierexperimentellen Studien nicht eins zu eins auf den Menschen übertragbar sind. Auf weitere Studien der Forscher darf man aber gespannt sein. © rme/aerzteblatt.de

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MarlonD
am Mittwoch, 11. Mai 2011, 15:32

Diabetis Typ1

Hallo,
wann darf man denn mit einem Wirkstoff gegen Typ1 rechnen.

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