London – Das jährliche Chlamydien-Screening, zu dem junge sexuell aktiven Frauen geraten wird, ist offenbar weniger effektiv als bisher angenommen. Dies zeigt eine randomisierte klinische Studie im Britischen Ärzteblatt (BMJ 2010; 340: c1642). Die Autoren raten jungen Frauen, sich nach jedem Partnerwechsel testen zu lassen.
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Dies lag sicher nicht daran, dass die Behandlung nicht effektiv wäre. Nur eine von 63 Frauen (1,6 Prozent) mit einem positiven Testergebnis entwickelte später eine PID, während es in der Kontrollgruppe sieben von 74 Frauen waren (9,5 Prozent). Die Therapie senkte das Erkrankungsrisiko mithin um vier Fünftel (relatives Risiko 0,17; 0,03-1,01).
Die meisten Episoden einer PID, nämlich 79 Prozent, traten allerdings bei Frauen mit einem negativen Testergebnis auf. Oakeshott vermutet, dass sie sich nach dem Test infizierten. Dies könnte mit dem häufigen Partnerwechsel zusammenhängen – jede dritte Frau hatte zwei oder mehr Sexualpartner im Beobachtungsjahr – oder auch daran, dass nur jede zweite Frau auf der Benutzung von Kondomen bei ihrem Partner bestand. In London geht diese Nachlässigkeit mit einem durchaus relevanten Risiko von sexuell übertragbaren Erkrankungen einher, die von einer von zwanzig Frauen berichtet wurde.
Vor diesem Hintergrund ist ein jährliches Screening kaum kosteneffektiv, urteilt Oakeshott. Sie errechnet eine Number Needed to Screen von 147 Frauen und eine Number Needed to Treat von 13 Frauen. Das ist mehr (und ungünstiger) als bisher angenommen wurde. Sinnvoller als ein jährliches Screening erscheint es der Autorin, wenn Frauen sich nach jedem Partnerwechsel, genauer nach jedem ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem neuen Partner testen ließen.
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