Medizin

Risiken des Tabakentzugs auf Intensivstationen

Freitag, 9. April 2010

Caen – Die Behandlung auf einer Intensivstation führt bei Raucher zu einem sogenannten kalten Entzug, der nicht ohne Folgen bleibt. Nach einer Studie in Critical Care (2010; 14: R58) neigen die Patienten zu vermehrter Unruhe und werden dementsprechend häufiger sediert.

Zu den Nikotin-Entzugsymptomen zählen Bradykardie, Irritabilität, Angst und Agitation, Verwirrtheit und Halluzinationen. Sie treten auch bei Intensivpatienten auf, die in der Regel unfreiwillig und unvorbereitet auf ihre Droge verzichten müssen.

Nach den Ergebnissen der kleinen Beobachtungsstudie von Damien du Cheyron von der Universitätsklinik in Caen und Mitarbeitern müssen Ärzte und Pflegepersonal vor allem mit einer vermehrten Agitation der Patienten rechnen. Sie trat bei Rauchern dreimal häufiger auf als bei Nichtrauchern (Odds Ratio 3,13; 95-Prozent-Konfidenzintervall 1,45-6,74).

Die Raucher entfernten häufiger Beatmungstuben und Katheter und sie wurden infolgedessen häufiger mit Sedativa und Analgetika behandelt oder im Bett fixiert. Das alles kann den Heilungsverlauf der Patienten behindern, obwohl in der Studie (infolge der kleinen Teilnehmerzahl) kein Anstieg von Morbidität oder Mortalität nachweisbar war.

Die auf vielen Intensivstationen verpönte Nikotinersatztherapie sollte deshalb überdacht, beziehungsweise zum Gegenstand randomisierter klinischer Studien gemacht werden, finden die Autoren. © rme/aerzteblatt.de

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