CDU-Mittelstand kritisiert Röslers Pharma-Pläne
Mittwoch, 14. April 2010
Düsseldorf – Die Unions-Mittelstandsvereinigung fordert die Bundesregierung auf, die Pläne von Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) zur Senkung der Arzneimittelkosten zu stoppen. „Mit Preisdiktaten und Zwangsrabatten plant ausgerechnet ein liberaler Gesundheitsminister marktwidrige Eingriffe“, sagte der Chef der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU/CSU, Josef Schlarmann, dem „Handelsblatt“ vom Montag.
Rösler gefährde damit die Innovationsfähigkeit vor allem der mittelständischen deutschen Pharmaindustrie. „Deutschland war einmal die Apotheke der Welt. Röslers Pläne würden der forschenden pharmazeutischen Industrie in Deutschland den Todesstoß versetzen“, sagte Schlarmann.
Während CDU-Gesundheitspolitiker Rösler unterstützen, sehen auch andere CDU-Wirtschaftspolitiker dessen Pharmapläne skeptisch, wie das Blatt schreibt. So muss es nach Ansicht von Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs (CDU), der Röslers Bemühungen im Grundsatz richtig findet, zumindest „Ausnahmen vom Preisdiktat bei richtiger Innovation“ geben. „Die Pharmaforschung ist sehr teuer. Wir brauchen diese Forschung in Deutschland“, sagte Fuchs.
Das von Rösler und den Fachpolitikern von Union und FDP ausgehandelte Arzneimittelsparpaket sieht vor, dass die Unternehmen bereits ab August für neue, teure, patentgeschützte Medikamente einen Rabatt von 16 Prozent hinnehmen müssen. Die Preise sollen bis Ende 2013 auf dem Stand vom 1. August 2009 eingefroren werden.
© ddp/aerzteblatt.de
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